Separatorenfeisch ist mir Wurst

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Ein schlafender Hund ist immer noch besser als ein wacher/früher Vogel

Es war ja nur eine Frage der Zeit, bis die übereifrigen Lebensmittelkontrolleure mal Geflügelwurst der viel zu lange aus den Schlagzeilen verschwundenen Tönn-Yes und Wiesen-No untersuchen würden. Dass dabei auch noch rausgekommen ist, dass ganz unauffällig Separatorenfleisch in die ohnehin kaum als Fleischprodukt bezeichenbaren wurstähnlichen Plastikschläuche gemischt wurde, ist ein Zufall, der uns nicht beunruhigen sollte.
Schließlich ist Herstellung und Einfuhr in der EU ja nur deshalb verboten, weil sonst BSE-verseuchte Hirnmasse oder Nervengewebe von Rindern in die Wurst gelangen könnte.
Die Gefahr besteht bei Geflügel natürlich nicht - denn wer sollte auf die Idee kommen, in Puten- oder Hühnerwurst tote Kuh zu mischen, das wäre ja irreführend für die Kunden, da natürlich alle Zutaten korrekt ausgewiesen sind. Und da es verboten ist, falsche oder gar verbotene Zutaten aufzuführen, ergibt es noch weniger Sinn, schlafende Hunde zu wecken.

Wusstest du schon?

Was ist Separatorenfleisch?
Nur weil es in den Schlagzeilen ist, heißt das ja noch lange nicht, dass der Konsument weiß oder überhaupt wissen sollte, worum es sich handelt. Das Wort klingt ja erstmal recht harmlos und längst nicht so ekelig wie Surimi, bei dem mittels Hochdruckstrahl die letzten Reste Fischeiweiß von den Gräten getrennt werden, um dann gepresst und mit Aromastoffen zu Garnelen, Krebsscheren oder einseitig mit Farbe versehenen Sticks zu werden.
So ähnlich ist es auch bei der Separation von landbevölkernden Viehabfällen, nur dass die Verarbeitung wie auch Herstellung und Einfuhr eigentlich verboten ist. Doch nur weil die lebensmittelverordnende Europäische Union das zumindest unappetitlich findet, ist das doch noch lange kein Grund, sich daran zu halten und das Verbot ernst zu nehmen. Schließlich sind die Betriebe wichtige Arbeitgeber, die stets auf beste Arbeits- und Gesundheitsbedingungen achten. Die Struktur des separierten Materials bietet schließlich an, flugunfähiger Wurst den richtigen Schmiss zu geben.

Und die üble Kleinkariertheit, dass Separatorenmatsch gemäß der EU-Vorgaben nicht als ‚Fleisch‘ bezeichnet werden darf, ist doch eine Einladung, es zu verwursten. Jeder weiß schließlich, dass in Wurst nur in Ausnahmefällen Fleisch enthalten ist. Außerdem sollen wir sowieso weniger Fleisch konsumieren, weil es schlecht für die Umwelt ist. Also in jedem Fall eine Win-Win-Situation.

Nachhaltig - kein Gammel

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Ganz im Ernst: wir wollten unseren Leser/innen keine Bilder von Puten oder noch hässlicheren Vögeln, geschweige denn Fleischseparation zeigen; daher zwei glückliche Kühe auf der Weide - vorher.

Der Nachhaltigkeitsgedanke spielt wie bei jedem Industriezweig eine wichtige Rolle. Wenn man schon Sehnen, Knochen und Knorpel offiziell nicht als Fleisch deklarieren darf und die wertvollen Bestandteile teuer und aufwendig zermahlen muss, um sie als Wurst auszugeben, damit wenigstens die Konsistenz der Ware an ein Lebensmittel erinnert, dann sollte der Verbraucher sich doch freuen, wenn die Angaben nicht ‚kann Spuren von Rind, Schwein oder Geflügel enthalten‘ lauten. Welcher Teil des Tieres gemeint ist, spielt doch letztlich keine Rolle.
Auf keinen Fall sollte man aber davon absehen, die armen Unternehmen zu unterstützen und ihre Produkte weiter kaufen; schließlich garantieren sie in Schlachtsattelzügen ins Land geschafften bulgarischen Arbeitern eine menschenwürdige Umgebung, geregelte Arbeitszeit und geradezu fürstliche Entlohnung.

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Kommentare

Kommentar von Mike |

Sarkasmus pur - ich würde 'bravo' schreiben, wenn es einem nicht die Kehle vor Ekel zuschnüren würde.

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