Buffetschrank- ein Küchenmöbel wird salonfähig

Was, ein Küchenmöbel ins Wohnzimmer stellen? Ja, denn Buffetschränke sind für alle Räume ein Gewinn.

Inhaltsverzeichnis

Wie ein klassisches Luxusmöbel einst zum Küchenschrank degradiert wurde

Bereits im Mittelalter, kannte man die Ausstelltruhe. Ihr Zweck war zu zeigen, was man besaß. Der Gastgeber wollte seine Gäste mit seinem Besitz beeindrucken. Solche Möbel zählen zu den sogenannten Luxusmöbeln, da sie weniger aus Stauraum dienen, als vielmehr dem zur Schaustellen des Besitzes.

Typisch für den Buffetschrank ist, dass er in verschiedenen Varianten immer dann an Beleibtheit gewann, als es den Menschen etwas besser ging. Auch ist es ein typisches Möbelstück des Bürgertums, nicht des Adels. In der Zeit nach dem Wiener Kongress (1814/1815) versuchte Europa, die Zeit vor der Französischen Revolution und den napoleonischen Kriegen aufzuarbeiten. Das erstarkte Bürgertum zog sich in eine häusliche Idylle zurück. Beliebt wurden sogenannte Aufsatzmöbel, also Vitrinen die auf einer Kommode oder einem Sekretär standen. Nur das wohlhabende Bürgertum konnte sich solche Möbel leisten. Dieses hatte Personal und die Hausherrin betrat selten die Küche. Niemand hätte die prachtvollen Schränke in die Küche, also in den Personaltrakt gestellt.

In der Gründerzeit, also nach der Gründung des Kaiserreichs, gelangten viele bürgerliche Familien durch Firmengründung zu beachtlichen Wohlstand. Sie drängten in die Städte, so prachtvolle Gebäude Wohnraum boten. In den großen Stadtwohnungen fanden riesige Möbel Platz. Natürlich zeigten die Menschen nur zu gerne Ihren Besitz. Prachtvolle Buffetschränke oder Anrichten, die reichlich mit sogenanntem Nippes dekoriert wurden, gehörten in die großen Speisezimmer. Oft stand das obere Möbelstück nicht auf dem unteren, sondern hing an der Wand, damit die Speisen auf den unteren Schränken Platz fanden.

Der Buffetschrank war also ursprünglich ein repräsentatives Möbelstück, dass niemand in die Küche gestellt hätte. Er fand den Weg in die Küche nicht beim wohlhabenden Bürgertum, sondern bei den Arbeitern, denen es ab 1920 immer besser ging. Nun konnten sich auch Arbeiter einen gewissen Luxus leisten, aber natürlich kein Personal. In den kleinen Wohnungen, die oft von großen Familien bewohnt wurden, gab es kein Esszimmer, oft auch kein Wohnzimmer und selten Schlafzimmer. Das Leben spielte sich in der Wohnküche ab. Wer es sich leisten konnte, brachte den Hausrat in einem Buffetschrank unter.

Typischer Aufbau der Buffetschränke der damaligen Zeit

Die Schränk waren zweiteilig. Der Unterschrank hatte Türen und Schubladen. Das Oberteil wirkte, als bestünde es aus drei Teilen, rechts und links gab es schmale Schränke mit Türen, die in der Mitte über eine Vitrine verbunden waren. Diese hatte eine geringere Höhe als die Seitenschränke und schloss an der Oberseite mit diesen ab. So gab es einen freien Raum unter der Vitrine.

Das beste Geschirr stand sicher hinter verglasten Türen im Aufsatz. Die freie Fläche unter dieser nutzen die Menschen meist, um einen Brotkasten unterzubringen. Manche leisteten sich sogar eine sogenannte Brotmaschine zum Schneiden des Brotes.

Vermutlich kennt jeder Deutsche, der nach 1970 geboren wurde eine Wohnküche mit Buffetschrank und verbindet mit dieser ein wohliges und glückliches Gefühl. Dort spielt sich das Familienleben ab. Vermutlich  erklärt dies, wieso dieses Möbelstück bis heute so beliebt ist und es heute sogar aktueller als jemals zuvor ist.

Der Weg zurück in die Wohnzimmer

Das Küchenbuffet der damaligen Zeit war ein praktisches Möbel, das gleichzeitig edel und repräsentativ sein sollte. Ein einfaches Buffet genügte den Ansprüchen nicht und je ansehnlicher es wurde, umso mehr fand es den Weg aus der Wohnküche in die Wohnzimmer. Dies war in erster Linie der Tatsache zu verdanken, dass sich immer mehr Menschen Wohnungen mit mehreren Zimmern leisten konnten. Daraus ergab sich einen Trennung zwischen Küche und Wohnzimmer.. Die Küchen wurden sachlicher und schlichter, die Gemütlichkeit zog in die Wohnzimmer der zahlreichen Haushalte ein.  Die Einrichtungen des Bürgertums und der Arbeiter wiesen kaum noch Unterschiede auf.

Ein umstrittener Möbelstil

Bereits in den 1930ern entwickelte sich ein Stil, der gerne verächtlich als „Gelsenkirchner Barock“ bezeichnet wird. Für die einen ist er Kitsch, für die anderen Nostalgie. Tatsache:

  • Die Schränke wurden nicht in Gelsenkirchen gebaut, sondern in der Regel in den Fabriken in Westfalen-Lippe.
  • Die Möbel waren wuchtig mit hochglänzenden Edelholzfurnieren, die oft kunstvoll angeordnet waren, versehen.
  • Typisch sind geschwungene Linien und Rundungen, statt scharfer Kanten. Die Schränke sollten durch ihre Pracht auffallen.
  • Der Stil galt bereits als er entstand als altmodisch und nicht zeitgemäß. Der „Knolli-Boilli-Stil“ sei nicht geeignet für die keinen Räume der Wohnungen.
  • Bis zu Beginn der 1960er lehnten die meisten Haushalte die gradlinigen Einbaumöbel als zu kalt und steril ab.

Wie die Entwicklungen im Wohnungsbau die Möblierung beeinflusste

In den zerbombten Städten war Wohnraum knapp. Das Problem stärkte sich durch zahlreiche Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten. In den 1950ern entstanden viele Wohnhochhäuser. Die Nachkriegswohnungen waren deutlich kleiner als die Wohnungen aus der Gründerzeit und aus den 1920ern. Ihnen lag ein neues Raumkonzept zugrunde. Typisch waren Wohnzimmer, oft mit Essecke, die als Hauptraum der Wohnung dienten.

Nach der Vorstellung der Architekten, gehörten in diese Wohnungen schlichte Einbaumöbel ohne Zierrat. Die Mehrheit der Bevölkerung empfanden Wohnungen mit Schränken, die von Wand zu Wand reichten, als leer und kalt. Das neue Konzept setzte sich zunächst in Küchen durch und dann für Schlafzimmermöbel.

Der als gemütlich empfundene Buffetschrank zog oft von der Küche ins Wohnzimmer. Manche Haushalte leisteten sich ein Wohnraumbuffet. Das Buffet »Romanteaka« (*) erinnert an die typischen Schränke für Wohnräume dieser Zeit.

Sehr beliebt waren auch sogenannte Wohnkleiderschränke. Diese hatten eine größere Tiefe und hinter durchgehenden Türen verbargen sich Kleiderstangen. Im Mittelteil gab es Schubladen, Fächer hinter Türen und eine große verglaste Vitrine. Ein Universalmöbel, das erst relativ spät von der Schrankwand im Wohnzimmer abgelöst wurde.

Buffetschränke, eine Symbiose aus Zweckmäßigkeit und Behaglichkeit

Zweckmäßigkeit genügt den Menschen nicht. Es mag zweckmäßig sein nur Gemüsesuppe zu essen, sie macht satt und ist gesund. Aber auf ein Stück Sahnetorte mag sicher niemand verzichten. So ist es auch mit der Einrichtung, Zweckmäßigkeit alleine genügt nicht.

Eine wuchtige Schrankwand, in der sich viel verstauen lässt ist praktisch, aber leider oft mit vielen Dingen vollgestopft, die eigentlich niemand (mehr) braucht. Zum modernen Leben gehört eine gewisse Leichtigkeit. Werfe unnützen Ballast wie das 4 Kaffeeservice ab und rücke liebgewonnene Erinnerungstücke in den Fokus. Ein Buffetschrank ist ein zeitgemäßes Möbelstück, das diesen Lebensstil unterstreicht. In ihm verstaust du die Dinge, die du benötigst und präsentierst, was du liebst.

Küchen möchten viele Menschen gerne wieder wohnlicher gestalten. Im Trend liegt, mit Freunden zusammen zu kochen und das Essen gleich darauf in der Küche zu genießen. Ja, eine Wohnküche wird wieder beliebt. Ein Buffetschrank wie das »York« (*) bringt Wohnlichkeit in die Küche und passt zu fast allen vorhandenen Einbauküchen.

Das geniale an Buffetschränken ist die Vielseitigkeit. Dies ist sicher ein Grund, wieso kein Trend sie dauerhaft aus den Wohnungen verbannen konnte. Sie sind Vitrinen, um ausgesuchte Schaustücke zu präsentieren. Sie bieten aber anders als diese auch viel Stauraum. Du kannst im Buffetschrank also auch die Dinge unterbringen, die du nicht jedem zeigen möchtest. Außerdem eignen sich die Schränke meist auch ausgezeichnet um Getränke und Schnacks für Gäste anzurichten.

Wir geben dir übriges in einem weiteren Artikel viele Tipps, wie du zweckmäßig deinen Hausrat verkleinerst und mit einer neuen Einrichtung dein Leben umkrempeln kannst.

Bitte rechnen Sie 3 plus 3.

Quellen & Hinweise

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https://www.shutterstock.com/de/image-photo/hoorn-netherlands-april-2022-interior-1950s-2145109199
https://www.zeitklicks.de/brd/zeitklicks/zeit/kultur/architektur-und-design/was-ist-gelsenkirchener-barock/
https://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/ein-hoch-auf-den-gelsenkirchener-barock-id208675975.html
https://www.gelsenkirchener-geschichten.de/wiki/Gelsenkirchener_Barock
https://www.grin.com/document/157576
https://www.ms-antik.de/buffet-anrichte-kommode-gruenderzeit_03395.html
https://www.ms-antik.de/gruenderzeit-moebel.html
https://abi.unicum.de/abitur/abitur-lernen/biedermeier-epoche
https://www.britsch.com/biedermeier-moebelstil.html
https://www.zeitklicks.de/brd/zeitklicks/zeit/kultur/architektur-und-design/was-ist-gelsenkirchener-barock/

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