Nahrungsmittelallergie: Ursachen, Symptome und Therapie der echten Nahrungsmittelallergie

Lösungsmittel, Mehlstaub, Pflanzenschutzmittel und Haarfärbemittel – an ganz unterschiedlichen Arbeitsplätzen sind Arbeitnehmer Belastungen durch potentielle Allergene ausgesetzt. Entwickeln sich dadurch bei Arbeitnehmern Allergien, so handelt es sich um eine Berufskrankheit. Vorrangig geht es, der Symptomatik von Allergien entsprechend, um allergische Hauterkrankungen sowie um allergische Atemwegserkrankungen. Liegt eine solche berufsbedingte Allergie vor, kann dies für Betroffene weitreichende Folgen haben. Doch: Durch entsprechende Präventionsmaßnahmen und ein abgestimmtes Behandlungskonzept können Berufswechsel oder eine Frühverrentung verhindert werden.

Inhaltsverzeichnis

• Hintergrund: Wann spricht man von einer Berufskrankheit?
• Berufsbedingte Allergie: Warum können Allergien am Arbeitsplatz entstehen und welche Arbeitsplätze sind besonders häufig betroffen?
• Ursache: Wie entsteht die Berufskrankheit Allergie?
• Diagnose berufsbedingter Allergien: Wie wird festgestellt, ob es sich um eine Berufskrankheit handelt?
• Behandlung: Wie sieht die Therapie berufsbedingter Allergien aus?
• Prävention: Wie lässt sich der Entstehung der Berufskrankheit Allergie vorbeugen?
• Senioren und Berufskrankheit Allergie: Kann eine berufsbedingte Allergie auch im Seniorenalter auftreten?

Hintergrund: Wann spricht man von einer berufsbedingten Allergie?

Bei berufsbedingten Allergien handelt es sich um Allergien, die von Stoffen ausgelöst werden, mit denen die Betroffenen am Arbeitsplatz in Kontakt kommen. Die allergieauslösenden Stoffe kommen fast immer auch außerhalb vom beruflichen Umfeld vor. Doch am Arbeitsplatz sind Betroffene diesen Stoffen, im Rahmen einer Vollzeitbeschäftigung, oft mehrere Stunden pro Tag ausgesetzt.

Ob es sich bei einer Allergie um eine Berufskrankheit handelt oder nicht, richtet sich nach der Berufskrankheiten-Liste. In dieser sind alle gesetzlich anerkannten Berufskrankheiten aufgeführt. In diese Liste werden nur Krankheiten aufgenommen, bei denen nach medizinischer Einschätzung ein Zusammenhang zwischen dem Arbeitsumfeld einer Berufsgruppe und der Erkrankung besteht. Zum Teil wird die Erkrankung erst dann anerkannt, wenn die krankheitsauslösende Tätigkeit aufgegeben werden musste.

Berufsbedingte Allergie: Welche berufsbedingten Allergien gibt es?

Grundsätzlich unterschiedet man zwischen zwei Typen der Berufskrankheit Allergie:

  • den berufsbezogenen Atemwegserkrankungen und
  • den berufsbedingten Hauterkrankungen.

Berufsbezogene Atemwegserkrankungen

Es sind rund 400 Substanzen bekannt, die im beruflichen Umfeld vorkommen und aufgrund ihrer Eigenschaften zur Entwicklung eines allergischen Asthmas führen können. Zu den häufigsten Auslösern von berufsbezogenen Atemwegserkrankungen zählen Mehl, Futtermittelstaub, Metallstaub aber auch Desinfektionsmittel und Holzstaub.

Berufsbezogene Hauterkrankungen

Berufsbedingte Hauterkrankungen sind noch weiter verbreitet als berufsbedingte Atemwegserkrankungen. Die Symptome treten hier meist an Händen und Unterarmen, seltener im Gesicht sowie an den Füßen auf. Grundsätzlich können die Ekzeme jedoch an jeder Körperstelle entstehen. Berufsbezogene Hauterkrankungen treten besonders häufig bei Arbeitnehmern auf, die viel in feuchter Umgebung arbeiten oder über längere Zeit feuchtigkeitsdichte Schutzhandschuhe tragen.

Berufsgruppen mit besonders hohem Allergierisiko

Theoretisch kann sich in jedem beruflichen Umfeld eine Allergie entwickeln. Allerdings gibt es einige Berufsbilder, in denen aufgrund der dort verwendeten oder vorkommenden Substanzen das Allergierisiko besonders ausgeprägt ist:

  • Bäcker
  • Drucker
  • Friseure
  • Gärtner
  • Landwirte
  • Maler und Lackierer
  • Pflegepersonal
  • Arbeitnehmer in der Holzindustrie
  • Arbeitnehmer in der Metallindustrie

Ursache: Wie entsteht die Berufskrankheit Allergie?

Eine berufsbezogene Allergie entsteht wie jede andere Allergie auch: Eine Substanz, die an sich harmlos ist, wird vom Körper als Gefahr eingestuft. Das Immunsystem wird bei diesem Kontakt sensibilisiert und wird beim nächsten Kontakt eine Immunabwehr in Gang setzen, um den vermeintlichen Angreifer zu bekämpfen. Im Rahmen der Abwehrreaktion werden von den Mastzellen Botenstoffe, darunter das Histamin, freigesetzt. Diese lösen die Allergiesymptome aus.

Die Besonderheit bei einer berufsbezogenen Allergie besteht darin, dass die Betroffenen mitunter jeden Tag ununterbrochen dem Allergen ausgesetzt sind. Hierdurch wird die Entstehung von Allergien begünstigt. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass das Risiko für die Entwicklung einer berufsbezogenen Allergie in den ersten zwei bis drei Jahren am höchsten ist. Danach sinkt das Risiko, eine berufsbezogene Allergie zu entwickeln. Anders sieht dies natürlich aus, wenn später durch einen Arbeitsplatzwechsel oder die Umstellung von Prozessen oder Materialien neue potentielle allergieauslösende Stoffe im Arbeitsumfeld vorhanden sind.

Diagnose berufsbedingter Allergien: Wie wird festgestellt, ob es sich um eine Berufskrankheit handelt?

Die Diagnostik bei der berufsbezogenen Allergie erfolgt grundsätzlich auf die gleiche Weise, wie eine Allergie Diagnostik stets abläuft:

  • Anamnese: Patientenbefragung durch den Arzt
  • Körperliche Untersuchung
  • Blut- und Allergietests: Haut- oder Provokationstests

Erster Anhaltspunkte, ob es sich bei den allergischen Reaktionen um eine berufsbezogene Allergie handelt oder nicht, können sein:

  • Beschwerden nehmen am Wochenende sowie im Urlaub ab
  • Nach dem Wochenende/Urlaub treten die Beschwerden wieder auf
  • Behandlungen bringen nur kurzfristige Linderung

Oftmals ergibt schon die Patientenbefragung Hinweise darauf, dass es sich bei der Allergie um eine potentielle Berufskrankheit handeln kann. Denn im Rahmen der Anamnese fragt der Arzt auch, ob der Betroffene im beruflichen oder privaten Umfeld mit bestimmten Stoffen Kontakt hat. Besteht der Verdacht, dass es sich bei der Allergie um eine Berufskrankheit handeln könnte, dann sind sowohl Ärzte als auch Arbeitgeber verpflichtet, eine entsprechende Meldung zu machen. Auch die Krankenversicherungen müssen entsprechende Hinweise an den Unfallversicherungsträger weiterleiten.

Behandlung: Wie sieht die Therapie berufsbedingter Allergien aus?

Berufsbedingte Allergien können auf zwei Wegen therapiert werden. Bei akuten leichten Beschwerden helfen Antihistaminika in Form von Nasenspray, Augentropfen oder Tabletten. Je nach auslösender Substanz kommt zudem eine Hyposensibilisierung, bei der das Immunsystem an das Allergen gewöhnt wird, in Frage. Da sich berufsbezogene Allergien wegen der Häufigkeit der Exposition jedoch leicht verschlimmern können, ist in den meisten Fällen die Meidung der Behandlungsansatz der Wahl.

Abgestufte Maßnahmen zur Meidung der allergieauslösenden Substanz

Um die Belastung mit einer allergieauslösenden Substanz zu reduzieren oder sogar ganz zu vermeiden, ist nach dem so genannten STOP-Prinzip vorzugehen. Es soll immer zunächst versucht werden, die effektivste Strategie umzusetzen.

  • S-ubstitution (Suche nach anderem Stoff): Kann die Arbeit ausgeführt werden, wenn die allergieauslösende Substanz durch eine andere ersetzt wird?
  • T-echnische Maßnahmen: Kann der Betroffene bei seiner Arbeit durch technische Maßnahmen (Absauganlage) vor der Belastung mit dem für ihn gefährlichen Stoff geschützt werden?
  • O-rganisatorische Maßnahmen: Lässt sich die Belastung des Betroffenen mit den allergieauslösenden Substanzen durch veränderte Arbeitsabläufe reduzieren?
  • P-ersönliche Schutzausrichtung: Handschuhe, Schutzkleidung mit Schuhen, Schutzbrille und Atemschutz helfen dem Betroffenen, die Einwirkung von allergieauslösenden Substanzen auf den Körper möglichst gering zu halten.

Prävention: Wie lässt sich der Entstehung der Berufskrankheit Allergie vorbeugen?

Um das Entstehen von berufsbezogenen Allergien zu verhindern, beziehungsweise schweren Fällen vorzubeugen, lassen sich folgende Ansätze verfolgen:

  • Berufsberatung: Jugendliche und Erwachsene, die bereits an einer Allergie erkrankt sind oder ein hohes Allergierisiko haben, sollten für das Thema berufsbedingte Allergien sensibilisiert werden. Dies hat dann zur Folge, dass die Betroffenen regelmäßig im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen auf Anzeichen einer (neuen, berufsbezogenen) Allergie untersucht werden können.
  • STOP-Prinzip: Das oben dargestellte STOP-Prinzip sollte in Unternehmen, in denen mit Stoffen mit hohem Allergiepotential gearbeitet wird, prophylaktisch allen Mitarbeitern angeboten werden.
  • Hautschutzplan: Hierbei handelt es sich im Grund um eine konkrete Umsetzung des STOP-Prinzips: In Unternehmen, in denen Stoffe eingesetzt werden, die häufig berufsbedingte Hauterkrankungen auslösen, sollte für die Mitarbeiter eine Leitlinie zum Thema Hautschutz entwickelt werden.

Senioren und Berufskrankheit Allergie: Kann eine berufsbedingte Allergie auch im Seniorenalter auftreten?

Bisherig Untersuchungen zeigen, dass berufsbezogene Allergien in der Regel in den ersten Jahren auftreten, in denen Betroffene Kontakt zu der potentiell allergieauslösenden Substanz haben. Allerdings gibt es zahlreiche Berufsfelder, in denen immer wieder neue Substanzen Verwendung finden, die dann auch für ältere Arbeitnehmer „neue“ Substanzen sind. Daher sind auch Arbeitnehmer kurz vor dem Rentenalter nicht davor geschützt, eine berufsbezogene Allergie zu entwickeln.

In diesem Fall kommt erschwerend hinzu, dass einige Substanzen mit hohem Allergiepotential in Kombination mit Medikamenten, die vielfach von älteren Menschen eingenommen werden, überproportional häufig Allergien auslösen.

Und schließlich ist die Haut von älteren Menschen meist anfälliger, wodurch die Entstehung von berufsbezogenen Hauterkrankungen begünstigt wird. Hier ist ein gezieltes Hautschutzprogramm besonders wichtig.

Fazit

Unter dem Begriff „Berufskrankheit Allergie“ versteht man all die Allergien, die durch Stoffe hervorgerufen werden, mit denen die Betroffenen im beruflichen Alltag in Kontakt kommen. Damit Betroffene trotz einer solchen Allergie ihren Beruf weiter ausüben können, ist die Entwicklung einer gezielten Meidungsstrategie besonders wichtig. Noch besser ist es, wenn in Unternehmen, in denen mit hochallergenen Stoffen gearbeitet wird, ein Präventions-Programm besteht. Dieses trägt dazu bei, dass möglichst wenige Arbeitnehmer überhaupt erst eine Allergie gegen die entsprechenden Stoffe entwickeln.

Quellen

https://www.hautarztpraxis-mainz.de/berufsallergie/
https://allergiezentrum.org/de/allergien/berufskrankheiten
https://www.allergieinformationsdienst.de/vorbeugung-schutz/arbeitsplatz/rechtliche-aspekte.html
https://www.allergieinformationsdienst.de/vorbeugung-schutz/arbeitsplatz/krankheitsbilder.html
https://www.allergieinformationsdienst.de/vorbeugung-schutz/arbeitsplatz.html
https://www.allergieratgeber.de/allergiearten/berufsbedingte-allergien

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