Body-Mass-Index

Jeder, der sich mit dem Abnehmen beschäftigt, stößt früher oder später auf die drei Buchstaben: BMI. Sie stehen für Body-Mass-Index, oder auch Körper-Masse-Index oder Körpermassenzahl. Was ist der BMI, wofür braucht man ihn und wie wird er berechnet? Wie aussagekräftig ist er?

Was ist der BMI?

Der Body-Mass-Index ist eine Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts eines Menschen in Relation zu seiner Körpergröße. Der BMI ist zwar nur ein grober Richtwert, da er weder Alter noch Geschlecht berücksichtigt, aber er lässt eine Klassifizierung in Normal-, Über- und Untergewicht zu.

Wie wird er berechnet?

Zur Berechnung des Body-Mass-Index benötigst du dein Gewicht in Kilogramm und deine Größe in Metern. Beziehst du dein Gewicht auf das Quadrat deiner Größe, erhältst du deinen Body-Mass-Index.

BMI= Gewicht / Größe2 

Einfacher geht es mit einem BMI-Rechner: dort gibst du einfach deine Größe und dein Gewicht ein, und dein BMI wird für dich berechnet. Viele Krankenkassen, zum Beispiel die Barmer, Techniker, IKK oder BKK, haben auf ihrer Website einen BMI-Rechner.

Häufig wird auch direkt angegeben, ob dein Gewicht sich im Normalbereich befindet oder ob du eher zu viel oder zu wenig auf die Waage bringst.

Klassifizierung des Body-Mass-Index

Was nützt es dir nun, wenn du weißt, dass dein BMI 23,7 ist? Erst einmal gar nichts.

Dafür hat die Weltgesundheitsorganisation WHO eine Klassifizierung vorgenommen, die die Bereiche für Unter-, Normal- und Übergewicht festlegt. Für Männer und Frauen ab dem 18. Lebensjahr gilt:

Gewichtsklasse BMI [kg/m²] von BMI [kg/m²] bis
Untergewicht   18,5
Normalgewicht 18,5 24,9
Übergewicht 25 29,9
Adipositas (behandlungsbedürftig) 30  

Wenn du dich in der goldenen Mitte befindest, hast du alles richtig gemacht. Mit einem BMI zwischen 18,5 und 24,9 ist dein Gewicht im Normalbereich.

Wann bist du untergewichtig?

Ein Wert unter 18,5 wird als Untergewicht, ein Wert kleiner 16 als starkes Untergewicht bezeichnet. Die Ursachen können in chronischen Erkrankungen, Stress oder auch in psychischen Erkrankungen wie Bulimie oder Magersucht liegen. Untergewicht sollte in jedem Fall mit dem Hausarzt abgeklärt werden.

Wann bist du übergewichtig?

Ein BMI zwischen 25 und 30 kann auf Übergewicht hinweisen. Da in der Berechnung nicht zwischen Fett und Muskelmasse unterschieden wird, kann es zu einer fehlerhaften Klassifizierung kommen. Ein gut trainierter Kraftsportler mit vielen Muskeln und wenig Fett kann einen BMI über 25 aufweisen, obwohl er weit vom Übergewicht entfernt ist.

Wann bist du adipös?

Ein Body-Mass-Index über 30 deutet auf krankhaftes Übergewicht hin. Die auch als Adipositas bezeichnete Gewichtsklasse kann sich negativ auf die Gesundheit und die Lebenserwartung auswirken. Je stärker das Übergewicht, desto größer ist das Risiko für Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Ein BMI über 30 sollte auf jeden Fall mit dem Hausarzt besprochen werden.

Grenzen der WHO-Klassifizierung

Die Einteilung der WHO ist die bekannteste Klassifizierung. Sie gibt jedoch nur einen groben Überblick, denn sie berücksichtigt weder das Geschlecht noch das Alter der Person. Diese beiden Faktoren können das Gewicht beeinflussen.

Einfluss des Geschlechts

Männer und Frauen unterscheiden sich im Körperbau. Während die Frauen häufig etwas mehr Rundungen aufweisen, können die Männer mit Muskeln punkten. Viele Männer sind drahtig und durchtrainiert, und bringen doch ein beachtliches Gewicht auf die Waage. Die Frauen wirken dagegen optisch übergewichtiger, sind jedoch leichter als die Männer. Das hat einen einfachen Grund: Muskeln sind schwerer als Fett. Deshalb weisen viele Männer einen vergleichsweise hohen BMI auf, ohne übergewichtig zu sein.

Einfluss des Alters

Wer denkt nicht gerne an die Jahre zurück, als die Waage noch 5 Kilogramm weniger zeigte. Wieso nehmen wir zu, obwohl sich die Essgewohnheiten doch gar nicht verändert haben? Der menschliche Körper verändert sich mit dem Alter. Ungefähr ab dem 40. Lebensjahrverändert sich der Stoffwechsel und die Körperzusammensetzung, die meisten Menschennehmen zu. Das Normalgewicht und damit der BMI verschiebt sich leicht nach oben. Im fortgeschrittenen Alter kann das Körpergewicht wieder sinken, denn der Körper baut verstärkt Muskelmasse ab, und diese ist schwerer als Fett. So können ältere normalgewichtige Menschen aufgrund ihres niedrigen BMIs fälschlicherweise als untergewichtig eingestuft werden.

Unter Berücksichtigung des Geschlechts und des Alters gilt folgende Tabelle zur Orientierung:

Aus [1]
Alter
[Jahre]
Untergewicht
♂ / ♀
Normalgewicht
♂ / ♀
Übergewicht
♂ / ♀
Adipositas
♂ / ♀
65 - 90 <24/<24 24-29/25-30 30-33/31-34 >33/>35
16 - 24 <19/<19 19-24/20-25 25-28/26-29 >28/>30
25 - 34 <20/<20 20-25/21-26 26-29/27-30 >29/>31
35 - 44 <21/<21 21-26/22-27 27-30/28-31 >30/>32
45 - 54 <22/<22 22-27/23-28 28-31/29-32 >31/>33
55 - 64 <23/<23 23-28/24-29 29-32/30-33 >32/>34

Body-Mass-Index bei Kindern

Der BMI von Kindern stellt ein Sonderfall in der Berechnung des Normalgewichts dar, da Kinder nicht homogen wachsen. Der BMI wird nach der gleichen Formel wie für Erwachsene berechnet, aber die Beurteilung ist abweichend. Sie erfolgt gemäß der S2-Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA, 10/2015) anhand von geschlechtsspezifischen Referenzkurven. Nähere Informationen findest du zum Beispiel hier [2].

Aussagekraft des BMI

Wenn du schnell und einfach dein Körpergewicht einordnen möchtest, ist der BMI mit der Klassifizierung nach der WHO eine gute Methode. Eine genauere Einschätzung erhältst du, wenn du deinen BMI nach den erweiterten geschlechts- und altersspezifischen Tabellen auswertest. Eine Schwäche bleibt allerdings bestehen: Es wird nicht zwischen Fett- und Muskelmasse unterschieden. Ein gut trainierter Sportler mit vielen Muskeln kann aufgrund des BMI als übergewichtig angesehen werden.

Auch die Verteilung des Fettes wird nicht berücksichtigt, obwohl es nach heutigem Wissensstand entscheidend für das gesundheitliche Risiko ist. Während das hüftbetonte Fett an Oberschenkeln und Po weniger der Gesundheit schadet, kann das viszerale Bauchfett das gesundheitliche Risiko drastisch erhöhen.

Die Alternative: SBMI

Der Smart-Body-Mass-Index SBMI ist eine Alternative zum BMI, der von dem Biologen Christian Bachmann und Kollegen entwickelt wurde. Der SBMI ist eine reine Vergleichszahl auf einer Skala von 70 Punkten, der Alter und Geschlecht berücksichtigt und eine Einschätzung des gewichtsbezogenen Gesundheitsrisikos gibt. Hier kannst du deinen persönlichen SBMI nach deinen Eingaben berechnen und auswerten lassen [3]. Die Auswertung ist ausführlich und gibt Tipps zur Ernährung und körperlicher Aktivität. In Deutschland hat sich der SBMI nicht durchgesetzt.

 

Die Abkürzung BMI steht für Body-Mass-Index, auch Körper-Masse-Index genannt. Er ist eine Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts eines Menschen im Verhältnis zu seiner Körpergröße.

Zur Berechnung des Body-Mass-Index wird das Körpergewicht in Kilogramm auf das Quadrat der Größe in Metern bezogen: BMI= Gewicht / Größe2 

Der BMI-Rechner berechnet den Body-Mass-Index nach der gleichen Formel, mit der er manuell berechnet werden kann. Dazu werden das Körpergewicht und die Körpergröße in die Bediener-Oberfläche eingegeben. Einige BMI-Rechner geben direkt an, in welcher Gewichtsklasse der Wert liegt. Häufig werden das Alter und das Geschlecht in der Auswertung berücksichtigt.

Mithilfe des Body-Mass-Index ist eine Einteilung in Unter-, Normal- und Übergewicht möglich. Die Klassifizierung der World Health Organisation WHO ist die bekannteste und meistverwendete Einteilung. Sie berücksichtigt jedoch nicht das Alter und das Geschlecht und unterscheidet nicht zwischen Muskelmasse und Fettmasse.

Der Smart-Body-Mass-Index ist eine alternative Kennzahl, die unter Berücksichtigung des Alters und des Geschlechts eine Vergleichszahl auf einer Skala von 70 Punkten angibt. Außerdem wird das gewichtsbezogene Gesundheitsrisiko eingeschätzt.

Fazit

Der BMI setzt das Körpergewicht zur Körpergröße ins Verhältnis. Damit kannst du abschätzen, ob du unter-, normal-, übergewichtig oder adipös bist. Je nach Auswertungstabelle werden das Geschlecht und das Alter berücksichtigt. Es wird jedoch nicht zwischen Muskeln und Fett unterschieden, und auch nicht berücksichtigt, wo das Fett sitzt. Diese Schwachstellen werden auch bei der alternativen Ermittlung des Smart-BMI außer Acht gelassen, dieser gibt jedoch eine Einschätzung des gewichtsbedingten gesundheitlichen Risikos an.

Quellen

[1] https://bmi.biz/BMI-Tabellen.html
[2] https://www.smart-rechner.de/bmi_kinder/rechner.php
[3] https://de.smartbmicalculator.com/
https://www.tk.de/service/app/2002866/bmirechner/bmirechner.app
https://de.wikipedia.org/wiki/Body-Mass-Index
https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/ernaehrungsgesundheit/body-mass-index/bmi-rechner-231560
https://www.fitundleicht.de/uebergewicht/bmi-tabelle/
https://de.smartbmicalculator.com
https://adipositas-gesellschaft.de/wp-content/uploads/2020/06/AGA_S2_Leitlinie.pdf

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