Thymian – Küchenkraut und Heilpflanze

Thymian ist wegen seiner aromatischen, ätherischen Öle ein Klassiker unter den Gewürzen. Doch der schmackhafte Thymian ist nicht nur in der Küche zu finden. Viele Menschen schätzen seine Wirkung bei den unterschiedlichsten Beschwerden, vor allem aber als krampf- und schleimlösendes Mittel im Bereich der oberen Atemwege. Ist also mal wieder eine Erkältung im Anflug, kann Thymian eine natürliche Alternative zu herkömmlichen Medikamenten sein!

Eine Pflanze mit wertvollen Inhaltsstoffen

Thymian gehört zur Gattung der Lippenblütler, also in die gleiche Familie wie Basilikum, Salbei oder Rosmarin. Am bekanntesten sind der „Echte Thymian“ und der „Zitronen-Thymian“. Die Triebe sind dünn und stark verzweigt. Die kleinen Blätter sind oben grün gefärbt und an der Unterseite eher grau. Außerdem sind sie mit feinen Härchen überzogen. Thymian besitzt viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Die Menge variiert je nach Ursprung und Sorte. Der „Echte Thymian“ besteht zu 1,0 - 2,5 % aus ätherischem Öl, darunter Thymol, Carvacrol, Geraniol, Campher und Cineol.

Thymian bei Erkältung und Atemwegsinfekten

Die ätherischen Öle in Thymianbesitzen die Fähigkeit, festsitzenden Schleim bei Erkältungskrankheiten zu lösen, indem sie die Tätigkeit der Flimmerhärchen auf den Schleimhäuten der Atemwege anregt. Zäher Schleim wird dabei verflüssigt und kann leichter abtransportiert beziehungsweise abgehustet werden. Die Öle Thymol und Carvacrol haben außerdem entzündungshemmende und krampflösende Eigenschaften. Daher ist Thymian ein beliebter Wirkstoff in Hustenpräparaten, Pastillen, Kapseln, Sirup und Tees. Eine positive Wirkung zeigt Thymian auch bei Asthmaerkrankungen, da er die gereizten Bronchien entkrampft und beruhigt. Ebenso eignet sich Thymian für Allergie- und Heuschnupfengeplagte, welche mit einer vermehrten Schleimbildung zu kämpfen haben.

Bei Infektionen der Atemwegsorgane, wie zum Beispiel Keuchhusten, Bronchitis oder Nasennebenhöhlenentzündung haben sich Thymianöl-Inhalationen zur Linderung der Symptome bewährt. Um das dafür benötigte Thymian-Öl zu gewinnen, müssen die getrockneten Pflanzenteile einer mehrstündigen Wasserdampfdestillation unterzogen werden. Für die Inhalation werden 3 bis 4 Tropfen Thymian-Öl in eine Schüssel mit heißem Wasser gegeben und 2 Mal täglich für etwa 10 Minuten mit geschlossenen Augen unter einem Handtuch eingeatmet. Alternativ kann das Öl auch auf ein Tuch geträufelt und eingeatmet werden. Neben Thymian-Öl eignen sich auch getrocknete Thymianblätter zur Inhalation (ein Esslöffel auf einen Liter heißes Wasser).

Auch Thymian-Tee hat eine positive Wirkung bei Husten und Halsentzündungen. Für die Zubereitung übergießt du ein bis zwei Teelöffel frische oder getrocknete Thymianblätter mit etwa 250 ml kochendem Wasser und lässt das Ganze 10 Minuten ziehen. Anschließend die Blätter abseihen und genießen.

Eine Lösung für Entzündungen im Mundraum

Da Thymian antibakteriell und antimykotisch wirkt, wird er gerne bei Parodontose, Mundschleimhaut- oder Zahnfleischentzündungen eingesetzt. Im Handel gibt es dafür fertige Gurgellösungen und Thymian-Salben zu kaufen, welche direkt auf die entzündeten Stellen im Mund aufgetragen werden können. Es besteht aber auch die Möglichkeit, selbst hergestellten Thymiantee zu gurgeln. Zur Beseitigung von Mundgeruch, welcher meist durch Stoffwechselprodukte von Bakterien entsteht, kann es auch helfen, einen Thymianstängel im Mund zu kauen.

Mit einem Teelöffel frischen oder getrockneten Thymianblättern, einer Messerspitze zerkleinertem Rosmarin und einer Messerspitze zerkleinertem Salbei lässt sich eine Spüllösung für den Mund herstellen. Die Zutaten werden gemischt und mit 250 ml kochendem Wasser übergossen. Dann 30 Minuten lang ziehen lassen und anschließend abseihen. Vor der Verwendung unbedingt abkühlen lassen. Die Anwendung kann zwei Mal täglich erfolgen.

Auch diese Beschwerden kann Thymian lindern

Neben seinen ätherischen Ölen enthält Thymian sekundäre Pflanzenstoffe, die sogenannten Flavonoide. Sie gelten als Antioxidantien und sollen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Die krampflösenden und schmerzlindernden Eigenschaften des Thymians können bei Menstruationsproblemen und Blasenentzündung hilfreich sein. Bei Beschwerden des Verdauungstrakts wirkt Thymian-Öl verdauungsanregend, indem er die Magenwand stärker durchblutet und die Magensaftproduktion anregt. Äußerlich wird Thymianunter anderem bei Gicht, Verstauchungen, Ekzemen und unreiner Haut angewandt. Vor allem bei Akne kann eine aus Thymian gewonnene Tinktur sehr effektiv sein.

Hinweis

Auch Hausmittel können Nebenwirkungen hervorrufen. Eine Überdosierung, zum Beispiel mit Thymian-Öl, kann Übelkeit und Schweißausbrüche hervorrufen. Bei Schilddrüsenüberfunktion sowie Leber- und Gallenerkrankungen ist es ratsam, vor der Einnahme einen Arzt zu konsultieren. Auch Personen mit Pollenallergie sollten bei der Verwendung von Thymian-Öl vorsichtig sein, denn es kann zu einer Kreuzallergie kommen. Bei äußerlicher Anwendung kann das Öl die Haut reizen, daher sollte es stets in eine Trägerlösung gegeben werden.

Thymianim Garten selbstanbauen

Thymian ist ziemlich anspruchslos. Daher kann er sowohl im Garten als auch auf dem Balkon oder auf dem Fensterbrett im Topf gezüchtet werden. Am besten kaufst du im Frühjahr eine junge Thymianpflanze und pflanzt sie dann ein. Damit sich seine ätherischen Öle voll entfalten können, sollte Thymian an einem trockenen, sonnigen Standort platziert werden. Hitze, direkte Sonneneinstrahlung und längere Trockenperioden machen ihm nichts aus. Der Boden darf kalkhaltig und sandig sein. Thymian gedeiht auch gut an Wegrändern, auf Mauern und in Steingärten. Der „Polster-Thymian“ bildet schöne Pflanzenteppiche, aber auch der „Sand-Thymian“ überzeugt als Bodendecker. Viele Menschen bauen Thymian wegen seiner duftenden, rosa- oder lilafarbenen Blütenpracht als Zierpflanze an. Sein würziger Duft sorgt für ein mediterranes Flair im Garten und lockt Bienen und Falter an.

Viele Thymiansorten sind mehrjährig und winterhart. Wer ihn im Garten anbaut, sollte jedoch bei extrem kalten Temperaturen einige Zweige oder Vlies auf die Erde legen. Im Frühjahr darf er zurückgeschnitten werden. Dabei werden die immergrünen Triebe um etwa ein Drittel gekürzt, jedoch ohne in die alten, verholzten Triebe hineinzuschneiden. Ansonsten kann es passieren, dass der Strauch nicht mehr austreibt. Thymian benötigt keine spezielle Düngung, freut sich aber über eine gelegentliche Kompostgabe. Kurz bevor er Blüten trägt, ist Thymian erntereif (je nach Sorte zwischen Mai und Oktober). Zu erkennen ist das an den Knospen am Strauch. Dann sind Aroma, Geschmack und Wirkung der ätherischen Öle am intensivsten. Zweige am besten mit einer Gartenzange abschneiden, einzelne Blätter dürfen von Hand abgezupft werden.

Verwendung in der Küche

„Echter Thymian“ passt durch sein würziges Aroma gut zu Gerichten mit Geflügel, Rind, Lamm und Fisch. Er eignet sich aber auch als Beigabe zu Auberginen, Zucchini, Tomaten, Oliven oder Kartoffeln. Bei fetten und schweren Speisen zeigt er seine verdauungsfördernde Wirkung. Frische Blätter können vor dem Verzehr zerrieben oder klein geschnitten werden, getrocknete Blätter lassen sich zwischen den Händen zerbröseln und wie herkömmliches Gewürz verwenden. Der „Zitronen-Thymian“ verfeinert mit seinen fruchtig-mediterran schmeckenden Blättern insbesondere Fleisch- und Fischgerichte sowie Tees.

Frische Thymianzweige sollte bis zum Verzehr eingewickelt in einem Papiertuch im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb einer Woche verzehrt werden. Du kannst Thymian aber auch trocknen und dir so im Sommer einen Vorrat für den Winter anlegen. Dafür werden die Zweige mit den Blättern vorsichtig mit Wasser gereinigt und anschließend kopfüber in die Sonne gehängt, bis die Feuchtigkeit entwichen ist. Danach kann er, wie alle anderen Gewürze, an einem dunklen Ort in einem luftdicht verschlossenen Glas aufbewahrt werden. Thymian ist auch zum Einfrieren geeignet.

Thymian wirkt desinfizierend, entzündungshemmend, schleimlösend, verdauungsfördernd, krampflösend und beruhigend. Daher wird das Kraut gerne bei Erkältungskrankheiten und Nasennebenhöhlenentzündungen, aber auch bei Verdauungsproblemen, Kopfschmerzen und Schlafstörungen eingesetzt.

Die ätherischen Öle im Thymian regen die Tätigkeit der Flimmerhärchen auf der Schleimhaut an, sodass Verunreinigungen leichter hinaustransportiert werden können. Zudem verflüssigen sie festsitzenden Schleim in den Bronchien, wodurch dieser besser abgehustet werden kann.

Thymian werden schlaffördernde Eigenschaften nachgesagt. Du kannst Thymiantee trinken, Thymianblüten in den Salat geben oder Thymiankraut über die Mahlzeit streuen. Auch ein mit Thymian, Baldrian und Lavendel gefülltes Kissen in der Nähe des Kopfes kann beim Ein- und Durchschlafen helfen.

Mundgeruch entsteht durch die Zersetzung von Speiseresten und Bakterien im Mund. Eine Mundspülung mit Thymiantee oder das Kauen eines Thymianstängels kann diese Bakterien abtöten. Das Kraut lindert auch Mundschleimhaut- und Zahnfleischentzündungen.

Das Problem bei Asthma ist die Verkrampfung des Atemapparats und die Zerstörung der Flimmerhärchen in den Bronchien aufgrund einer ständigen Reizung durch zähen Schleim. Das im Thymian enthaltene Thymol kann in Kombination mit Flavonen die Bronchialmuskulatur entkrampfen und den Schleim verflüssigen.

Fazit

Gegen Erkältung ist ein Kraut gewachsen: Thymian! Viele Menschen kennen ihn als Inhaltsstoff pflanzlicher Medikamente, denn er ist ein Profi in Sachen Atemwegserkrankungen. Doch er wird nicht nur als Heilpflanze sondern auch als Zierpflanze und Gewürzkraut im Garten hoch geschätzt – vorzugsweise in einem Kräuterbeet zusammen mit anderen Würzpflanzen, wie Rosmarin, Lavendel oder Salbei.

Quellen

Mein schöner Garten: Das Praxisbuch, BLV Buchverlag
https://www.thymian.info/
https://www.jameda.de/gesundheit/naturheilkunde/thymianoel-einnahme-wirkung-anwendung-zubereitung/
https://de.wikipedia.org/wiki/Thymiane
https://www.ätherische-öle.com/thymianöl

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