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So ungern man auch über eine Beerdigung nachdenkt – organisatorisches Knowhow erleichtert die Bürokratie im Trauerfall

Der Tod ist ein Thema, das in unserer heutigen Gesellschaft gern verdrängt wird. Dabei gehört er zum Leben dazu. In manchen Fällen können Menschen die letzte Reise ihrer Angehörigen begleiten. Dafür gibt es die Palliativmedizin. Wer für sich selbst oder Angehörige eine Palliativbetreuung sucht, wird auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin fündig. Sie bietet einen Wegweiser für Hospiz- und Palliativangebote in ganz Deutschland.

Wenn der Tod eingetreten ist, müssen die Angehörigen einen kühlen Kopf bewahren. Egal, ob sich der Verlust eines lieben Angehörigen bereits wegen einer schweren Krankheit lange angekündigt hat, oder ob jemand plötzlich aus dem Leben scheidet. Allerdings ist ein Todesfall innerhalb der Familie auch mit viel Bürokratie und etlichen organisatorischen Pflichten verbunden. Was entgegen der allgemeinen Meinung aber erlaubt ist und auch Kindern den Abschied von einem Verstorbenen erleichtert, ist die Aufbahrung des Verstorbenen zu Hause.

Inhaltsverzeichnis

Der Arzt oder Notdienst stellt den Totenschein aus

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Zunächst müssen Hausarzt oder hausärztlicher Notdienst den Totenschein ausstellen. Der Verstorbene wird gewaschen, rasiert, gekämmt und es wird ihm persönliche Kleidung angezogen. Meist übernimmt das der Pflegedienst, der bei Schwerkranken ohnehin schon seit Wochen oder Monaten ins Haus kommt. Nach der Aufbahrung sieht der Verstorbene meist friedlicher aus, als der Sterbende. Sauerstoffgerät, Magensonde oder Infusion sind weg, der Kampf ist vorbei. Jetzt können Verwandte und Freunde in vertrauter Umgebung in aller Ruhe Abschied nehmen, den Verstorbenen noch einmal anfassen, ihm etwas Persönliches in den Sarg legen und zu realisieren, dass der Verblichene nicht mehr aufwacht.

Das Gesetz erlaubt das sogar. In den meisten Bundesländern ist eine Aufbahrung zu Hause bis zu 36 Stunden erlaubt (in Sachsen und Brandenburg sind 24 Stunden erlaubt, in Thüringen 48, in Bayern gibt es keine Frist).

Vom Eintreten des Trauerfalls bis nach der Bestattung/Beisetzung

Im Internet finden sich einige Checklisten, was alles zu tun ist vom Eintreten des Trauerfalls bis nach der Bestattung oder Beisetzung. Im Folgenden die wichtigsten Schritte in kurzer Form:

1. Unmittelbar nach Eintreten des Todesfalls:

  • Die Angehörigen müssen einen Arzt verständigen, damit er den Tod offiziell feststellen und einen Totenschein ausstellen kann
  • Die engsten Angehörigen informieren und weitere Schritte besprechen
  • Wichtige Unterlagen wie Personalausweis, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde usw. suchen
  • Verträge und Verfügungen des Verstorbenen suchen und entsprechend handeln (gibt es ein Testament, einen Vorsorgevertrag mit einem Bestattungsinstitut, eine Willenserklärung zur Feuerbestattung oder ähnliches)?

2. Binnen der erlaubten Aufbahrungszeit

  • Die Wohnung versorgen, etwa auch Gas, Wasser und Strom abstellen, Haustiere versorgen und Pflanzen
  • Bestattungsinstitut auswählen
  • Bestattungsvertrag und Bestatter prüfen – welche Aufgaben werden selbst übernommen
  • Auswahl von Sarg/ Urne, Totenbekleidung, Umfang der Trauerfeier und weiteres
  • Abholung des Verstorbenen und Überführung des Leichnams in eine Leichenhalle
  • dem Standesamt den Sterbefall melden und eine Sterbeurkunde ausstellen lassen
  • Testament beim Nachlassgericht abgeben
  • Benachrichtigen: Krankenkasse, Lebens- und Unfallversicherung, Pfarramt (falls kirchlicher Beistand erwünscht ist), Arbeitgeber des Verstorbenen, Bekannte und Verwandte

3. Bis zur Trauerfeier und Beerdigung

  • Bestattungsform bestimmen
  • Friedhof und Grab auswählen – Grabnutzungsrechte erwerben oder verlängern
  • Termin mit Friedhofsträger vereinbaren
  • bei Feuerbestattung Genehmigung des Krematoriums einholen
  • Terminabsprache mit Pfarrer oder Trauerredner und Trauergespräch
  • Aufsetzen der Todesanzeige und versenden der Trauerkarten
  • Grabschmuck für Trauerhalle und Grab bei Gärtnerei bestellen
  • Gaststätte für Leichenschmaus reservieren

4. Nach der Trauerfeier

  • Danksagungskarten versenden oder Danksagungsanzeige per Zeitungsinserat
  • Laufende Zahlungen abbrechen und Verträge, Mitgliedschaften, Miete, Abos und, und, und kündigen
  • Abmelden bei Versicherungen, Renten- und Krankenkasse, Firma, Behörden, Ämtern
  • Akte mit wichtigen Dokumenten anlegen wie Sterbeurkunde, Grabnutzung und -pflege, Abrechnungen
  • gegebenenfalls Räumung der Wohnung
  • nach der Testamentseröffnung einen Erbschein beim Nachlassgericht beantragen
  • nach etwa sechs Wochen das Grab aufräumen und die Grabpflege organisieren
  • nach etwa sechs Monaten einen Steinmetz mit der Grabeinfassung und Grabsteingestaltung betrauen
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Was kostet eine Beerdigung? - Vergleich lohnt sich

Die Gesamtkosten für eine Beerdigung liegen in Deutschland in einem Rahmen von 2.000 Euro (günstigste anonyme Feuerbestattung) und 35.000 Euro für eine gehobene Erdbestattung. Die Stiftung Warentest empfiehlt, die Preise der Anbieter zu vergleichen, da das nicht pietätlos sei. Trauer und Erschöpfung beeinträchtigten die Urteilskraft – umso wichtiger sei eine genaue Prüfung der Angebote. Ein detaillierter Kostenvoranschlag ist das Mindeste, was man von einem Bestatter erwarten könne – ohne diesen, solle man ihn gar nicht erst beauftragen. Gut ist es, sich schon so früh wie möglich von mehreren Bestattungsinstituten beraten zu lassen – das ist natürlich nur möglich, wenn sich ein Todesfall ankündigt.

 

Selbst bestimmen über die eigene Beerdigung oder Einäscherung

Wer seinen Angehörigen viel Papierkram und schwierige Entscheidungen ersparen will, kann schon zu Lebzeiten viele Vorbereitungen treffen und etwa in einer handschriftlichen Vollmacht festlegen, welche Art von Bestattung gewünscht ist. Mit einem Vorsorgevertrag mit einem Bestatter kann man Ablauf, Umfang und persönliche Wünsche für die Bestattung festlegen. Die Stiftung Warentest rät aber dringend davon ab, im Voraus zu bezahlen, weil das Geld etwa verloren wäre, wenn der Bestatter Pleite geht. Besser sei die Hinterlegung auf einem Treuhandkonto etwa bei der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand.

Welche Arten der Bestattung gibt es?

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Es wird unterschieden zwischen einer Beisetzung im Sarg und einer Beisetzung in einer Urne. Bei einer Erdbestattung wird ein Sarg auf einem Friedhof beigesetzt. Wird eine Urne auf einem Friedhof beigesetzt, heißt das Feuerbestattung. Urnenbeisetzungen sind auch im Wald oder auf dem Meer möglich. In einem sogenannten Friedwald können Verstorbene anonym und ohne Grabstein oder Grabeinfassung beigesetzt werden, es gibt auch die Möglichkeit, dass ein kleines Hinweisschild an den Verstorbenen erinnert. Während die Erdbestattung noch immer die häufigste Art der Bestattung ist, die Feuerbestattung aber immer stärker nachgefragt ist, gibt es aber noch eine ganze Reihe alternativer Bestattungsmöglichkeiten.
Eine davon ist etwa die Diamantbestattung, bei der ein Teil der Asche in einen Erinnerungsdiamanten gepresst wird. Ein Großteil der Asche wird aber auf einem Friedhof, im Wald oder auf See beigesetzt. Eine Alternative zur Waldbestattung ist die sogenannte Tree of Life-Bestattung. Hierbei wird die Asche des Verstorbenen vom Wurzelwerk eines Erinnerungsbaumes aufgenommen. Dieser wird anschließend an einem persönlichen Gedenkort gepflanzt. Bei der Flugbestattung wird die Asche von einem Flugzeug oder Hubschrauber über dem Meer aus der Luft verstreut. Ziele, die der Verstorbene zu Lebzeiten gerne besucht hätte, sind die Stationen seiner Urne bei der Weltreise-Bestattung. Darüber hinaus gibt es noch die Almwiesen- oder die Felsbestattung, die Wasserfallbestattung oder Luft- und Flussbestattung.

Quellen

https://www.trauerundgedenken.de/trauer-und-trost/bestatterundbestattung/die-aufbahrung-zu-hause
https://todesfall-checkliste.de/
https://www.test.de/Bestattungen-Die-teuren-Toten-1214746-0/
https://www.vorsorge-heute.de/
https://november.de/ratgeber/bestattungsarten/
https://www.dgpalliativmedizin.de/

Kommentar von Susanne M. |

Etwa jeder zweite stirbt heutzutage im Krankenhaus. Dies gilt nicht nur für diejenigen, die bis kurz vor ihrem Tod zuhause gepflegt oder palliativ versorgt wurden, sondern auch für Menschen in Seniorenheimen.
Ersteres war bei meiner Mutter der Fall. Sie wurde in den letzten zwei oder drei Monaten ihres Lebens von einem Pflegedienst und vom ambulanten Hospizdienst betreut, weil sie bis zum Schluss in ihren eigenen vier Wänden bleiben wollte. Als ich jedoch einmal bei ihr übernachtete, weil es ihr schlechter ging, fiel ihr Beatmungsgerät nachts und auch am Tag mehrmals aus. Ich fühlte mich mit der Situation überfordert und bat den Hospizarzt, der vorbeikam, um nach ihr zu schauen, sie auf die Palliativstation einer nahegelegenen Klinik einzuweisen. Dort starb sie am darauffolgenden Nachmittag. Zwei Tage später kam meine Schwester vorzeitig aus dem Urlaub zurück und wir kümmerten uns gemeinsam um alles Erforderliche.

Quelle:
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/mehr-menschen-koennten-zu-hause-statt-im-krankenhaus-sterben-134159/

Kommentar von MS |

Auch wenn der Tod kein beliebtes Thema ist, solltest du dich schon vorab damit beschäftigen und die eine oder andere Regelung treffen. Die Hinterbliebenen möchten oft im Sinne des Verstorbenen handeln, was beispielsweise die Bestattungsform, den Ablauf der Trauerfeier oder die Gestaltung des Grabes betrifft.
Viele Sterbende wollen wiederum nicht, dass ihre Angehörigen die kompletten Bestattungskosten tragen müssen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt das Abschließen eines Banksparplans mit Sperrvermerk oder einen Vorsorgevertrages mit dem Bestatter deiner Wahl zur Deckung der Kosten. Eine erst nach dem Renteneintrittsalter abgeschlossene Sterbegeldversicherung lohnt sich nur bedingt, weil die Hinterbliebenen oft weniger Geld herausbekommen, als du zuvor eingezahlt hast. Auch wird die Versicherungssumme oft erst nach einer Wartezeit von 1 – 3 Jahren ausgezahlt.

Quellen:
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/weitere-versicherungen/sterbegeldversicherungen-rechnen-sich-oft-nicht-24283
https://www.bestattungen.de/ratgeber/vorsorge/sterbegeldversicherung/wann-abschliessen.html

Kommentar von Samira |

Die Kosten für eine Bestattung setzen sich aus festen und variablen Bestandteilen zusammen. Im Regelfall finden Menschen die letzte Ruhe an ihrem Wohnort. Gebühren für Sterbeurkunden und andere notwendige Dokumente legen die Gemeinden fest. Ebenso die Preise für Grabstätten auf ihren Friedhöfen. Allerdings hängen sie erheblich von der Art des Grabes ab. Die günstigste Variante ist meist ein anonymes Reihengrab für eine Urne. Dies kostet etwa in Hannover 703 Euro für die Laufzeit von 20 Jahren. Eine selbst gewählte Erdgrabstätte für einen Sarg schlägt bereits mit mindestens 2.196 Euro zu Buche.

In Rostock liegen die entsprechenden Preise bei 260 und 940 Euro, in Hamburg bei 1.100 und 1.260 Euro. Auch ein Vergleich des Vereins Aeternitas vom November 2021 ergab erhebliche Preisunterschiede: Das bundesweit günstigste Urnen-Reihengrab kostet demnach 531 Euro, ein anonymes Urnengrab nur 412 Euro. Meist ist es auf dem Land günstiger als auf Friedhöfen in Großstädten. Doch ein Ausweichen ins Umland ist nur bedingt möglich: Die Gemeinden entscheiden selbst, ob nur Einheimische auf ihrem Friedhof beerdigt werden dürfen oder auch Ortsfremde.

Dazu kommen die Kosten für die Beisetzung. Auch sie liegen bei einer Urne niedriger als bei einem Sarg. Wird der Tote verbrannt, entstehen jedoch weitere feste Kosten für das Krematorium.

Kommentar von Sara |

Der Tod eines Menschen trifft die Angehörigen hart. Zur Trauer kommt die Pflicht, den Verstorbenen innerhalb kurzer Zeit bestatten zu lassen. Vieles muss dann bedacht, entschieden und erledigt werden. Daher ist es hilfreich, sich rechtzeitig mit dem Thema zu befassen und im Gespräch mit Angehörigen vorzusorgen. So kann jeder seine Vorstellungen von der Bestattung einbringen.

Bei jedem Todesfall muss ein Bestattungsunternehmen eingeschaltet werden. Es übernimmt mindestens den Transport des Toten vom Sterbeort zum Friedhof oder zum Krematorium. In privaten Fahrzeugen ist dies verboten. Zu der langen Liste der möglichen weiteren Leistungen gehört, den Toten zu waschen und einzukleiden, einen Sarg anzubieten und auszustatten, eine Trauerfeier in den Räumen des Unternehmens zu organisieren und alle Formalitäten zu erledigen. Da die Posten einzeln abgerechnet werden, steigen die Kosten bei einer aufwendigen Bestattung rapide an. Allein der Sarg, der auch bei einer Feuerbestattung benötigt wird, kann zwischen etwa 350 und mehreren Tausend Euro kosten.

Kommentar von Susanne M. |

Leider kommt es immer noch vor, dass Verstorbene und deren Angehörige sich nicht zu Lebzeiten mit dem Thema Bestattung befassen. Nach dem Tod stehen die Hinterbliebenen dann da und müssen alles allein regeln. Ich habe das selbst bei meinem Partner erlebt, als Anfang September seine Mutter starb. Die einzige Vorkehrung, die seine Eltern zuvor getroffen hatten, war der Abschluss einer Sterbeversicherung, sodass er nicht die kompletten Kosten zu tragen brauchte.

Wie viel Zeit zwischen dem Sterbefall und der Bestattung liegen darf, hängt von dem im jeweiligen Bundesland geltenden Bestattungsgesetz ab. Bei einer Erdbestattung beträgt die sogenannte Bestattungsfrist zwischen 2 und 10 Tagen, bei einer Feuerbestattung können zwischen der Einäscherung und der Beerdigung mehrere Wochen oder gar Monate liegen.

Quelle:
https://www.bestattungsvergleich.de/ratgeber/bestattung/beerdigung/

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