Caravaning für Einsteiger

Caravaning heißt das Zauberwort: immer mehr Menschen entscheiden sich für Campingurlaub mit dem Wohnwagen oder Wohnmobil. Die Vorteile liegen auf der Hand: Frei und unabhängig von Ort zu Ort reisen, das eigene Bett immer dabei. Gerade zur Zeit der Corona-Pandemie bevorzugen die Menschen ihre eigene vier Wände und einen privaten Rückzugsort. Mit eigener Toilette, Dusche und Küche bietet Caravaning völlige Unabhängigkeit, nur die Mitglieder eines Haushaltes leben zusammen. Kein Wunder also, dass die Caravan-Branche 2020 das beste erste Halbjahr ihrer Geschichte erlebt hat und in diesem Zeitraum bereits mehr als 54000 Neufahrzeuge zugelassen wurden.

Fahrzeugwahl

Als Einsteiger auf dem Gebiet des Caravanings lohnt sich vorab eine intensive Beschäftigung mit dem Thema: Welche Möglichkeiten gibt es? Welche Ausstattung ist dir wichtig? Welches Fahrzeug passt zu deinen Reiseplänen? Lohnt sich der Kauf eines Fahrzeugs oder ist Mieten die bessere Alternative?
Wohnmobil oder Caravan? Wohnmobil oder Caravan: jedes Fahrzeug hat seine Vor- und Nachteile. Wofür du dich entscheidest, hängt davon ab, wie du deine Reisen gestalten und wie viel Geld du investieren möchtest. Hier erfährst du mehr über Wohnmobile und Wohnwagen.

Mieten oder Kaufen

Mieten oder kaufen: diese Frage stellt sich vor dem ersten Campingurlaub. Wenn Camping bisher für dich ein Fremdwort war und du einen Wohnwagen oder Wohnmobil nur von außen kennst, empfiehlt es sich, für den ersten Urlaub ein Fahrzeug zu leihen. Denn vielleicht merkst du nach den ersten verregneten Tagen im Wohnwagen oder Wohnmobil, dass Caravaning doch nicht so ganz das Richtige für dich ist. In einem Leihfahrzeug kannst du das Leben im Caravan oder Wohnmobil ausprobieren, ohne dich um irgendetwas kümmern zu müssen. Das Fahrzeug ist voll ausgestattet und fahrbereit, du musst dich nicht um die Ausstattung, Fahrzeugpflege, Instandhaltung, Unterstellplatz, Steuern und Versicherung kümmern. Qualifizierte Händler können dir ein Leihfahrzeug anbieten, das genau zu deinen Ansprüchen und Erwartungen passt. Auf der Reise wirst du schnell merken, welche Ausstattungsmerkmale dir besonders wichtig sind.

Seniorengerechte Ausstattung

Wer denkt, Urlaub mit dem Wohnmobil oder Caravan ist nur etwas für junge Familien, irrt sich gewaltig: Tatsächlich sind ca. 60 % der Camper zwischen 50 und 69 Jahren alt. Die Hersteller von Wohnmobilen und Wohnwagen haben sich darauf eingestellt und bieten in vielen Fahrzeugen eine altersgerechte Ausstattung an. Beim Kauf oder Ausleihen eines Wohnmobils oder Caravans, solltest du auf verschiedene Punkte achten:

  • Trittstufe: Bei den meisten Wohnmobilen ist die elektrisch ausfahrbare Trittstufe Standard. Bei den Wohnwagen haben nur wenige Modelle eine untergebaute Einstiegshilfe zum Ausziehen, sie kann aber nachgerüstet werden. Meistens wird eine Einzel- oder Doppeltrittstufe vorgestellt.
  • Betten: Schlafen im Alkoven, Etagen- oder Hochbetten sind zwar platzsparend, aber für ältere Menschen nicht immer geeignet. Hochbetten sind häufig nur über schmale Leitern zu erreichen und bieten wenig Freiraum zur Decke. Ebene Betten seitlich des Mittelgangs bieten dagegen einen einfachen Ein- und Ausstieg.
  • Rollstuhlgerecht: Im Wohnmobilbereich gibt es mehrere Händler, die rollstuhlgerechte Fahrzeuge zum Mieten anbieten. Sie verfügen über eine extrabreite Wohnmobiltür, einen Rollstuhllift und einen großzügigen Wohnraum, in dem ein Rollstuhl rangieren kann. Die Toilette und das Waschbecken sind barrierefrei zugänglich. Schlafplätze stehen für bis zu vier Personen zur Verfügung. Auch im Wohnwagenbereich ist die Entwicklung in den letzten Jahren vorangekommen, allerdings gibt es noch keinen serienmäßig rollstuhlgerechten Mietcaravans.
  • Fahrzeug und Technik: Wenn du noch keine langjährige Wohnmobilerfahrung hast, solltest du bei deinem Fahrzeug darauf achten, dass dir das Fahren so einfach wie möglich gemacht wird: Automatikgetriebe, Rückfahrkamera, Tempomat und Klimaanlage, ein übersichtliches Cockpit, ein kleiner Wendekreis und ein nicht zu hoher Aufbau.

Bevor es auf die Reise geht

Der erste Urlaub mit dem Wohnmobil oder Caravan steht an. Du hast dich für eine Reisezeit und ein Reiseziel entschieden, ein Fahrzeug ist organisiert. Wenn du die folgenden Punkte beachtest, bist du bestens vorbereitet!

Fahrsicherheitstraining

Das Fahren eines Caravan-Gespanns oder sperrigen Wohnmobils ist immer wieder eine Herausforderung, insbesondere für Einsteiger. Doch selbst geübte Fahrer wissen häufig nicht, wie sie in unvorhersehbaren Situationen reagieren sollen, was im schlimmsten Fall zu einem Unfall führen kann. Spezielle Fahrsicherheitstrainings für Wohnmobil- und Wohnwagenfahrer helfen, Gefahren rechtzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren. Sie richten sich an Einsteiger, aber auch an erfahrene Caravan- und Wohnmobilfahrer.

Weitere Informationen zum Fahrsicherheitstraining findest du hier.

Streckenplanung

Auch wenn du dein Ziel schnell erreichen möchtest, plane nicht zu weite Strecken für einen Tag. Mit einem Gespann darfst du maximal 100 km/h fahren und zur Urlaubszeit staut es sich häufig auf den Autobahnen. Kurvige Nebenstraßen sind mit großem Gespann schwierig zu fahren, manche Pässe dürfen mit Gespann gar nicht befahren werden. Eine sorgfältige Streckenplanung kann dir böse Überraschungen ersparen.

Campingplatz oder Stellplatz

Bei der Planung der Reiserouten und Übernachtungsplätze wirst du auf die Bezeichnungen Campingplatz und Stellplatz stoßen. Gerade Neueinsteiger sind sich der grundlegenden Unterschiede nicht auf Anhieb bewusst.

Campingplatz

Campingplätze sind für einen längeren Aufenthalt konzipiert, sie bieten mittleren bis hohen Komfort, verschiedene Ausstattungsmerkmale und relativ große Parzellen, in denen auch der Aufbau eines Vorzeltes erlaubt ist. Das Gelände ist meistens eingezäunt und bewacht, die Anreise nur zu bestimmten Zeiten möglich, nachts ist die Schranke geschlossen.

Stellplatz

Stellplätze sind für einen kurzen Aufenthalt konzipiert, es gibt keine festen An- und Abreisezeiten. Strom und Wasser sowie eine Servicestation zur WC- und Grauwasserentsorgung stehen gegen Gebühr zur Verfügung, häufig gibt es keine oder nur sehr einfache Sanitärräume. Die Plätze können nicht vorab reserviert werden. Die Parzellen sind klein und der Aufbau eines Vorzeltes häufig verboten. Auf den meisten Stellplätzen sind Wohnwagen nicht erlaubt!

Für den Urlaub empfiehlt es sich, einen oder auch mehrere Campingplätze mit der gewünschten Ausstattung zu reservieren. Für eine Übernachtung während der Anreise ist der Stellplatz eine gute und preiswerte Alternative. Allerdings kann es zur Hauptferienzeit passieren, dass du mehrere Plätze anfahren musst, bevor du einen freien Platz findest. Wenn du mit einem Wohnwagen unterwegs bist, kannst du vor der Reise bei passend gelegenen Stellplätzen telefonisch erfragen, ob Wohnwagen erlaubt sind.

Wenn es ums Camping geht, ist der ADAC ein kompetenter Partner. Unter www.pincamp.de findest du alle wichtigen Informationen: beliebte Länder und Regionen, die besten Campingplätze und Campingplätze nach Themen. Außerdem bieten zahlreiche Artikel die besten Tipps und Tricks rund um das Campen.

In Deutschland gibt es mehrere selbstständige Camping-Clubs e. V. im ADAC, in denen sich campingbegeisterte ADAC-Mitglieder zusammengeschlossen haben. Bei gemeinsamen Reisen, Clubabenden und Informationsveranstaltungen werden Kontakte geknüpft und Freunde gefunden.

Testurlaub

Vor der ersten Reise solltest du als Einsteiger am besten einen Kurzurlaub in Wohnortnähe planen. So kannst du dich ganz entspannt mit dem Fahrzeug und dem Leben auf dem Campingplatz vertraut machen. Wie ist das Gefühl, ein Gespann oder ein Wohnmobil zu fahren? Wie funktioniert der Anschluss von Strom und Wasser auf dem Campingplatz? Wie wird das Fahrzeug am besten beladen? Wie wird die Kassettentoilette entleert, wie das Grauwasser entsorgt? Die erste Fahrt mit dem Wohnmobil oder Caravan ist spannend, aber schon nach wenigen Tagen fühlst du dich, als hättest du nie einen anderen Urlaub gemacht.

Fazit

Campingurlaub mit dem Wohnwagen oder mit dem Wohnmobil bietet unabhängiges Reisen und gleichzeitig die Geborgenheit der eigenen vier Wände. Bevor du dich zum Kauf oder zur Miete eines Fahrzeugs entscheidest, lohnt sich die intensive Beschäftigung mit dem Thema. So findest du heraus, welches Fahrzeug und welche Ausstattung am besten zu dir und deinem Reiseverhalten passen. In einem Fahrsicherheitstraining lernst du, Gefahren rechtzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren. Ein kurzer Testurlaub vor der eigentlichen Reise macht dich mit dem Fahrzeug und dem Campingleben vertraut.

Quellen

https://de.statista.com/
https://www.awomi.de/rollstuhlgerecht/
https://www.senioren-ratgeber.de/Reisen/Urlaub-mit-dem-Wohnmobil-539493.html
https://www.pincamp.de/magazin/ratgeber/fuer-einsteiger
https://www.civd.de/artikel/aktuelle-neuzulassungszahlen
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.campingurlaub-zehn-tipps-fuer-wohnmobil-neulinge
http://www.camping-club-muenster.de/wordpress/ueber-uns/
https://www.aktive-rentner.de/mit-dem-wohnmobil-auf-reisen-worauf-senioren-achten-sollten.html

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