Dauercamping: Der Wohnwagen als Ferienhaus

Freitagnachmittag: Auf geht’s ins Wochenende! Der Caravan wartet auf dem Campingplatz, die Betten sind gemacht, der Kühlschrank und die Lebensmittelschränke gut gefüllt. Nach einer Fahrt von 2 Stunden ist das Ziel fast erreicht. Die letzten Meter von der Schnellstraße zum versteckt im Wald gelegenen Campingplatz lassen dein Herz schneller schlagen, du freust dich auf dein zweites Zuhause! Der nahe gelegene See, der Wald, der gemütliche Wohnwagen und die fein hergerichtete Parzelle vermitteln ein Gefühl von Ruhe und Freiheit. Jedes Wochenende wird zum entspannten Kurzurlaub.

So oder ähnlich sprechen viele Dauercamper über ihr Wochenende auf dem Campingplatz. Was macht das Dauercamping so attraktiv?

Die Qual der Wahl

Allein in Deutschland gibt es über 3000 Campingplätze, von denen mehr als die Hälfte Dauerstellplätze anbieten. Nord-, Ost-, Süd- oder Westdeutschland, Nord- oder Ostsee, Berge oder Flachland: die Auswahl ist riesig und bietet für jeden Geschmack den passenden Stellplatz. Auf verschiedenen Internetseiten, z. B. www.camping.info oder www.pincamp.de, kannst du in der Suchmaske geeignete Filter setzen und so Campingplätze auswählen, die genau deinen Vorstellungen entsprechen. Bei einem Besuch vor Ort merkst du schnell, ob dir der Platz auf Dauer gefallen könnte.

Ankommen und wohlfühlen

Dein Wochenende bedarf keiner großen Planung, der Wohnwagen steht an seinem Platz und kann direkt bezogen werden. Das Bett ist gemacht, der Kühlschrank gefüllt, der Grill steht bereit: ankommen und wohlfühlen! Als Dauergast auf dem Campingplatz kennst du dich bestens aus: Du kennst den kleinen Fleischer im Ort mit den leckeren Grillwürstchen, du kennst den Brötchen-Service des Campingplatzes, und du weißt auch, dass du deine schonend gerösteten Kaffeebohnen lieber von zu Hause mitbringst.

Klein aber fein

Im Gegensatz zur Wohnung hat dein Caravan mit großzügig bemessenen 14 Quadratmetern eine sehr begrenzte Wohnfläche. Und das ist gut so! Der kleine Raum ist schnell geputzt, jedes Teil hat seinen Platz und ist schnell verstaut. Staubsauger und Wischmopp ade – mit Besen und Kehrblech hast du deinen Wohnwagen schnell gesäubert. Camper leben ohnehin am liebsten draußen, der Caravan ist häufig nur Schlafstätte. Ein fester Anbau oder eine feste Überdachung vergrößern den Wohnbereich vieler Dauercamper: Der Esstisch, bequeme Klappsessel und Outdoor-Campingküchen finden dort ihren Platz. Mit nur wenigen Handgriffen ist alles ordentlich und es bleibt viel Zeit für Entspannung und Freizeitaktivitäten.

Entschleunigen

An einem Wochenende in der Stadtwohnung kommst du häufig gar nicht richtig zur Ruhe: Schmutz- und Bügelwäsche starren dich auffordernd an, die Fenster könnten mal wieder geputzt, das Auto gewaschen werden. Viele Dinge verschiebst du bewusst auf das Wochenende, andere Dinge machst du einfach, weil du vielleicht ein schlechtes Gewissen hast, wenn du mal nichts tust. Verbringst du dagegen ein Wochenende auf deinem Dauercampingplatz, machst du das, was du gerade willst: Fahrradfahren, Spazierengehen, lesen oder in der Sonne liegen. Keine Termine, keine Eile, kein „ich muss mal eben noch …“: einfach mal Pause machen und in den Tag leben. Entschleunigen. Kraft tanken für die nächste Woche.

Überraschungen? Nein Danke!

Zwar freuen wir uns häufig über eine Überraschung, aber gerade auf den Urlaub bezogen, können wir doch gerne darauf verzichten. Das mulmige Gefühl, mit dem wir früher die Ferienwohnung inspiziert haben, weicht dem Glücksgefühl, genau zu wissen, was uns erwartet. Du hast dein eigenes Bett und deine eigene Toilette, du kennst die besten Plätze und du kennst die Nachbarn. Da kann dich höchstens mal ein Regenschauer überraschen.

Haustiere erwünscht

Auf den meisten Campingplätzen sind Haustiere erlaubt, und so verwundert es nicht, das gefühlte 80 % der Camper Hundebesitzer sind. In der eingezäunten Parzelle kann sich der Hund frei bewegen, Campingplätze am Wasser haben eine eigene Hundebadestelle, häufig gibt es auch abgegrenzte Hunde-Spielwiesen. Der Hund ist den ganzen Tag mit Herrchen an der frischen Luft, und Frauchen muss sich keine Sorgen machen, dass der Hund das Mobiliar der Ferienwohnung zerlegt.

Aber Vorsicht: Nicht jeder Campingplatz und nicht jeder Camper mag Hunde. Manche Campingplätze verbieten Hunde oder weisen den Hundehaltern bestimmte Bereiche zu. Manch ein Camper hat Angst um seine Parzellenbepflanzung und beäugt argwöhnisch jedes Beinheben deines Hundes. Bei der Auswahl eines Dauercampingplatzes solltest du auch deine zukünftigen Nachbarn diesbezüglich begutachten.

Die lieben Nachbarn

Die Rolle der Nachbarn sollte nicht unterschätzt werden. Denn wenn du dich für einen Dauerstellplatz entscheidest, bist du erst einmal „der Neue“ und musst den alten Hasen Rede und Antwort stehen. Sie wollen einiges über dich wissen, machen dich mit den „internen“ Platzregeln vertraut und lassen ganz klar durchblicken, wer der (selbsternannte) Boss ist. Unter Umständen wirst du zu Gruppenaktivitäten gezwungen, an denen du eigentlich gar kein Interesse hast. Sich als Einsiedler in derart engen Gemeinschaften wohlzufühlen, ist nahezu unmöglich. Wenn dein erster Eindruck der Nachbarschaft nicht passt, ist es einfacher, einen anderen Campingplatz zu wählen.

Vergleichsweise günstig

Der Dauercampingplatz bietet für wenig Geld eine Unterkunft, die du als Wochenend- und Ferienhaus nutzen kannst. Einen Stellplatz für ein Jahr bekommst du bereits für deutlich unter 1000 €, dazu brauchst du einen Wohnwagen und die Erstausstattung. Wenn du Dauercamping erstmal ausprobieren möchtest, lohnt sich die Anschaffung eines günstigen, gebrauchten Wohnwagens. Sie werden zum Beispiel bei Ebay, teilweise sogar mit Stellplatz, angeboten. Als überzeugter Dauercamper lohnt sich die Anschaffung eines Caravans, der genau deinen Wünschen entspricht.

Platzwechsel? Kein Problem!

Nach drei Jahren Ostsee möchtest du mal etwas Anderes kennenlernen? Das ist als Dauercamper kein Problem. Suche dir einen neuen Platz in bevorzugter Region und ziehe mit deinem Wohnwagen um. Der Wohnwagen wird wieder fahrtüchtig gemacht, Rohre und Vorzelt zurückgebaut, alle persönlichen Dinge aus der Parzelle entfernt. Mit TÜV und einem Kurzzeitkennzeichen versehen, kann der Wohnwagen direkt zum neuen Stellplatz gezogen und dort aufgebaut werden.

Fazit

Viele Gründe sprechen für das Dauercampen: die riesige Auswahl an Campingplätzen in Deutschland, die Freiheit, die Ruhe, die netten Nachbarn, die Gemeinschaft. Jedes Wochenende wird zum Kurzurlaub und der Hund ist immer dabei. Wer einmal in einen Wohnwagen investiert hat, zahlt nur noch die Jahrespacht und Nebenkosten.

Quellen

[1] https://www.campingplatz-suche.com/
https://dauercamper.info/was-kostet-ein-dauercampingplatz/
https://paulcamper.de/magazin/wohnen-auf-dem-campingplatz/
https://www.campingplatz-suche.com/journal/wie-werde-ich-dauercamper

A
A
A