Eilmeldung: Atomkraft und Gas sind nachhaltig

Die EU-Kommission hat sich lange beraten, viele Argumente mit dem einen Ohr gehört, und die meisten sind zum anderen ohne von einer Hirnmasse gebremst zu werden wieder entfleucht - sofern wir davon davon ausgehen können, dass auf ein bürokratisches Konstrukt die bildhafte Ausdrucksweise für Humanoide zutreffend ist.

Es liegen noch nicht alle Informationen vor, mit welcher plausiblen Begründung die besten Köpfe europäischer Wissenschaft die Nachhaltigkeit erklärt wird, da die Meldung ja erst vor wenigen Minuten unsere Redaktionsticker heißlaufen ließen. Doch sind wir sicher, dass es für alle zukünftigen Generationen einen Freudenschrei auslösen wird.

Am naheliegendsten, wenn auch rein spekulativ, ist die Vermutung, dass versucht wurde, die Einordnung so schlicht wie möglich auf das Niveau der gemeinen älter werdenden Bevölkerung zuzuschneiden. Schließlich nehmen die kognitiven Fähigkeiten und das Abstraktionsvermögen im Laufe der Jahre ab, warum sollte man also die aus über 40 % Rentnern bestehende Bevölkerung überfordern, indem mehr Faktoren abgewogen werden als:
- sind Auswirkungen sichtbar
- wann sind sie sichtbar
- warum sollte uns das jucken?

Zunächst stand im Raum: handelt es sich um fossile Brennstoffe? Da Gas ebenso von frisch verdauenden Kühen stammen kann und nicht ein Nebenprodukt der Erdölförderung sein muss, (daher auch die Ölpreisbindung, weil man zu Beginn der Vermarktung keine Idee hatte, was es kosten soll - aber das ist ein anderes Thema) war die Einordnung als nachhaltiger Energieträger leicht. Was unsichtbar in die Atmosphäre entweicht, muss unbedenklich sein.

Da war es bei Kernkraft schon kniffliger. Denn tatsächlich wird ja ‚Kernkraft‘ an sich gar nicht genutzt, sondern die künstlich erzeugte Trennung radioaktiver Teilchen, die nicht mehr gestoppt werden kann, wird dazu verwendet, Wasser zu verseuchen, das dabei so heiß wird, dass damit Turbinen angetrieben werden.

Wusstest du schon?

Für alle, die es nicht wissen: Atomkraftwerke sind riesige Dampfmaschinen. Keine verwendet die von den Atomen erzeugte Energie, sondern die thermische Reaktion von Wasser auf die Spaltung radioaktiver Brennstäbe. Die Herstellung von Brennstäben ist gefährlicher und teurer als in eine Straßenbahn zu steigen, jedoch günstiger als ein Taxi … so wird aus einem Vergleich mit Straßenverkehr doch gleich eine verständliche Problemlösung

Da aber jedes Atom auf diesem Planeten in irgendeiner Weise schon mal gelebt hat, verdaut und dann durch Druck der Erdkruste zu etwas anderem gepresst wurde, spricht ein anderes wichtiges Argument für die Nachhaltigkeitsqualität von Uran und Plutonium: die Forschung. Außer in der von der Tabakindustrie unterstützen Krebsforschung ist kein Wirtschaftszweig so sehr im Aufwind wie die Studien über die Halbwertzeit und Aufbewahrungsmöglichkeiten von Brennstäben.
Das schafft Arbeitsplätze, die auch in den nächsten anderthalb Millionen Jahren nicht sinken werden, da die an den Strahlenbelastungen wegsterbenden Beschäftigten alsbald ersetzt werden müssen.

Wir waren bisher alle einfach nur zu kurzsichtig. Nachhaltigkeit bedeutet ja überhaupt nicht, was für Auswirkungen unser Handeln oder Unterlassen für unsere Zukunft und die unserer Kinder hat, sondern wie Wirtschaft davon profitiert. Dann ist auch völlig klar, dass die Kommission so entscheiden musste.

Der Atomausstieg der Buntenregierung wird also unweigerlich zu einer Klage der EU gegen den Hauptbeitragszahler führen. Aber dabei geht es ja nur um Geld. Das ist ja hinreichend vorhanden und wird nicht etwa in die NATO, Flüchtlinge, Wiederherstellung von Infrastrukturschäden wegen Extremwetterlagen, Solar- oder Windkraft, die Beleuchtung von Naturschutzgebieten (Stichwort Lichtverschmutzung), das Gesundheitssystem oder den Kampf gegen Geldwäsche gesteckt.

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Kommentare

Kommentar von Stephan |

Viiiel zu kompliziert. Es geht ja um die CO2neutralität, wurde also nur überlegt: ist es ein Kohlekraftwerk? - Nein? Dann ökologisch sinnvoll. Warum gibt es nicht mehr solcher konsequenter Entscheidungen in der EU, die sofort umgesetzt werden, also mit einer Überbrückungszeit von 15 - 20 Jahren

Antwort von Content Manager

Vielen Dank für diesen wertvollen Beitrag, Stephan.

Die genauen Parameter standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest. So schnell hat die EU die Rechtsvorschrift rausgehauen.

 

Tatsächlich soll die Einstufung von neuen Kernkraftwerken als 'ökologisch' befristet sein. Dafür steht den Betreibern frei, den Nachweis über einen geringeren Schadstoffusstoß als ein vergleichbares neu zu errichtendes Kohlekraftwerk ab 2050 zu leisten.

Weitere interessante Details bei Eintreffen hier in den Kommentaren.

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