Fernseher für Senioren

Spätestens wenn die Flimmerkiste kaputt ist oder die Bildschirmgröße aufgrund des nachlassenden Sehvermögens nicht mehr ausreicht, muss ein neuer Flachbild-Fernseher her. Aber welcher? Viele ältere Menschen sind mit dem Kauf eines neuen Fernsehers überfordert. Doch es gibt einige grundlegenden Eigenschaften, welche ein seniorengerechter Fernseher erfüllen sollte.

Alt gegen neu: Weg mit dem ausgedienten TV-Gerät!

Wer die Modelle aus den Jahren 2018, 2019 und 2020 vergleicht, stellt fest, dass es einige technische Neuerungen bei den Fernsehern gibt – eine Auswahl zu treffen ist für Senioren daher ein schwieriges Unterfangen. LED, LCD oder OLED? Und welche Funktionen soll er haben? Ältere Menschen haben oft keine konkreten Erwartungen bezüglich der technischen Eigenschaften ihres Fernsehers, dabei haben moderne TV-Geräte einige Vorteile für die Senioren zu bieten. Die Bildqualität ist deutlich besser und der Stromverbrauch oft geringer. Auch einige technische Neuerungen mögen das Interesse der älteren Generation wecken. Trotzdem steht für viele Senioren fest: Ein einfacher und bedienungsfreundlicher Fernseher soll es sein. Und das macht auch Sinn.

Unterschiede zwischen LED, LCD und OLED

Ein LED-Fernseher (Light-Emitting Diode) erzeugt das Bild mit kleinen Leuchtdioden. Elektrischer Strom fließt durch lichtemittierende Halbleiter-Bauelemente, welche die Dioden zum Leuchten bringen. Sie sind stromsparend, langlebig und haben eine flache Bauweise.

Bei LCD-Fernsehern (Liquid Crystal Display) wird das Bild über Flüssigkeitskristalle erzeugt, welche durch elektrische Impulse gesteuert werden. Jeder Kristall stellt einen Bildpunkt (ein Pixel) dar. LCD-Fernseher können mit satten und kontrastreichen Farben punkten. Die matte Oberfläche verhindert Reflektionen.

Beim OLED-Fernseher (Organic Light Emitting Diode) leuchtet jeder Bildpunkt für sich. Dadurch wird eine hohe Farb- und Bildqualität erreicht. Insbesondere tiefes Schwarz kann er besser darstellen als andere. Außerdem sind OLED-Geräte dünner und leichter als LCD-Fernseher. Leider ist die Lebensdauer geringer als bei anderen Geräten und der Preis aktuell deutlich höher.

Wichtige Kriterien für den neuen Fernseher

Während jüngere Menschen beim Kauf eines neuen Fernsehers unter anderem auf viele Anschlüsse, beste Soundqualität und Smart-TV achten, sind für alte Menschen oft andere Dinge wichtiger. Ein seniorenfreundlicher Fernseher zeichnet sich vor allem durch eine schnelle und einfache Bedienbarkeit aus. Das Benutzermenü sollte so übersichtlich wie möglich gestaltet sein und keine unnötigen Funktionen besitzen. Auf modernen Geräten können die TV-Sender unkompliziert eingerichtet und angezeigt werden.  

Die Bildschirmgröße sollte sich an der Sehfähigkeit der älteren Menschen orientieren und auch den Abstand vom Sofa oder Esstisch zum Fernseher berücksichtigen. Die optimale Bildschirmdiagonale hängt vom Sitzabstand zum Fernsehgerät ab. Die Verbraucherzentrale empfiehlt bei hochauflösendem Fernsehen (HDTV) einen Sitzabstand von 1,50 – 2,00 Metern bei einem 40 Zoll Fernseher, einen Sitzabstand von 1,90 - 2,50 Metern bei einem 50 Zoll Fernseher und einen Abstand von 2,20 - 3,00 Metern bei einem 60 Zoll Fernseher. Kann der Fernseher wegen der vorhandenen Möbel nicht frei aufgestellt werden, muss vor der Auswahl der Bildschirm-Diagonale die maximale Größe bestimmt werden.

Für schwerhörige Senioren ist es wichtig, dass die Lautsprecher des Geräts nach vorne ausgerichtet sind. Zudem bieten sich spezielle TV-Kopfhörer an, die das Fernsehen ermöglichen, ohne dabei die Umgebung mit einer hohen Lautstärke zu stören. Der Fernseher kann dabei auf stumm geschaltet werden oder auf normaler Lautstärke weiterlaufen (zum Beispiel wenn der Partner dabei ist). Durch verschiedene Einstellmöglichkeiten können die Kopfhörer an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.

Hersteller wie Grundig oder Telefunken haben die Zielgruppe der Senioren bereits erkannt und werben für spezielle „Seniorenfernseher“. Sie vermarkten unter anderem Geräte mit drehbarem Standfuß, einer höheren Lautsprecherleistung und einer sogenannten Komfort-Fernbedienung.

Welche Anschlüsse werden gebraucht?

Wichtig sind genügend USB-Anschlüsse und HDMI-Anschlüsse („High Definition Multimedia Interface). Mit diesen Schnittstellen für die digitale Bild- und Tonübertragung können externe Geräte, wie DVD-Player, Media-Receiver oder Satelliten-Receiver am Fernseher angeschlossen werden. Auch Handys, Kameras oder USB-Sticks lassen sich mit dem Gerät verbinden, etwa um Fotos anzusehen.

Ein Internet-Anschluss eignet sich vor allem für junggebliebene Senioren ohne Angst vor Technik. Doch wer Netflix, Mediathek, YouTube & Co. nutzen möchte, kommt um eine Smart TV-Funktion nicht herum. Moderne Fernseher verfügen bereits standardmäßig über ein integriertes WLAN-Modul und einen Netzwerkanschluss für ein LAN-Kabel, das direkt mit dem Router verbunden werden kann.

Wie wird der neue Fernseher angeschlossen?

Zunächst wird die entsprechende Anschlussart ausgewählt: Kabelanschluss, DVB-T2, Satellitenschüssel oder Internet. Für den Empfang von DVB-T2 wird neben einer Antenne ein CI+-Modul oder ein Receiver benötigt. Beide sind im Elektronikladen erhältlich. Die Hardware wird mit einem Kabel an das Stromnetz angeschlossen.

Ist ein Kabelanschluss vorhanden, kann der Anschluss über die Antennensteckdose erfolgen. Diese wird mit einem Antennen- oder Koaxialkabel mit dem Fernseher verbunden. Wer allerdings HD-Kanäle empfangen will, braucht zusätzlich einen Receiver oder eine SmartCard samt CI+-Modul vom Kabelanbieter.

Wer über Satellitenschüssel fernsehen möchte, verbindet zunächst ein Antennenkabel mit dem sogenannten „Low Noise Block Converter“ (LNB). Er verstärkt die Signale des Satelliten und setzt sie auf eine andere Frequenz um. Danach wird der LNB an den Satelliten-Receiver angeschlossen. Dieser wiederum wird per HDMI-Kabel mit dem Fernseher verbunden.

Das Fernsehen über Internet (IPTV) setzt zunächst einen Internetzugang voraus. Der Provider, etwa Telekom oder Vodafone, liefert die notwendige Hardware in Form eines Receivers. Dieser wird mit einem Netzwerkkabel am Router angeschlossen.

Die richtige Fernbedienung finden

Die den TV-Geräten beigefügte Fernbedienung stellt viele ältere Menschen vor eine Herausforderung: Zu viele Knöpfe, kleine Tasten, unbekannte Funktionen. Das verunsichert! Viele Senioren sind überfordert, wenn sie einen falschen Knopf gedrückt haben und plötzlich eine unerwünschte Seite aufpoppt. Vor allem wenn sie nicht wissen, wie sie die aufgerufene Funktion wieder weg bekommen.

Seniorengerechte Fernbedienungen kommen mit wenigen, großen und gut beschrifteten Tasten aus. Sie helfen dabei, das Gerät schnell an- und auszuschalten, das TV-Programm zu wechseln oder die Lautstärke zu regeln. Dabei verzichten sie auf unnötige Bedienelemente, um langes Suchen und versehentliches Knopfdrücken zu vermeiden. Auch unterschiedlich geformte und farbige Tasten können bei der Bedienung des Fernsehers hilfreich sein. Eine Tastenbeleuchtung sorgt für gute Erkennbarkeit in den Abendstunden.

Fazit

Tatort, Tagesschau oder Tierdokumentation -  das Fernsehen ist fester Bestandteil im Tagesablauf der meisten Senioren. Doch mit schwindender Sehkraft oder nachlassendem Hörvermögen macht das Fernsehen nur noch halb so viel Spaß. Ein neues TV-Gerät sollte diese Einschränkungen kompensieren können. Neben einer seniorengerechten Fernbedienung sind vor allem die richtige Bildschirmgröße und eine einfache Handhabung wichtig. Mit komplizierten Funktionen können die wenigsten Senioren etwas anfangen.

Quellen

https://www.basenio.de/senioren-ratgeber/technik/fernseher-fuer-senioren-675/
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/fernsehen/bildschirmdiagonale-so-finden-sie-die-optimale-tvbildschirmgroesse-6443
https://praxistipps.chip.de/display-technologie-lcd-led-oled-ein-vergleich_118668

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