Schlemmen für die Gesundheit

Essen so richtig zu genießen, ordentlich zu schlemmen scheint nicht zu Gesundheit zu passen. Deshalb werden viele gute Mahlzeiten konsequent aus den Wellnessprogrammen gestrichen. Dabei hält ein gutes Essen Leib und Seele zusammen, wie der Volksmund richtig sagt.

Wellness und Schlemmen – geht das?

Beim Gedanken an gesundes Essen kommen dir Bilder von diversen Diäten in den Kopf, die vermutlich der Gesundheit dienen, aber absolut nichts mit Wohlbefinden zu tun haben. Du siehst dich Kalorien- und Nährstofftabellen studieren, denn natürlich soll es am Wellnesstag ausschließlich gesunde Mahlzeiten geben. Vergiss das Ganze, denn es steht mit Sicherheit dem Genuss im Wege. Wellness heißt Wohlbefinden. Fühlst du dich wohl, wenn du ausgiebig ein Salatblatt ohne Dressing kaust?

Bitte mache nicht den Fehler und suche um Internet unter Stichworten wie „gesundes Schlemmen“, "Schlemmen und Gesundheit" oder „Schlemmen ohne Reue“ nach Rezepten für den Wellnesstag. Du wirst auf Tausende Vorschläge stoßen, von denen die Autoren behaupten, dass sie lecker und gesund sind. Meist geht es aber in erster Linie um Verzicht. Als gesund gilt ein Essen, wenn es fettarm und kohlenhydratfrei ist. Natürlich sind tierische Fette verboten sowie Milch und Käse wegen der darin enthaltenen Laktose.

Wenn du keine spezielle Unverträglichkeit hast, gibt es keinen Grund, auf Kohlenhydrate und Laktose zu verzichten. Sicher ist eine kalorien- und fettarme Ernährung wichtig. Dies gilt aber für jeden Tag des Jahres. Also verdirb dir nicht den Wellnesstag durch ein Essen, das dir nicht schmeckt.

Wieder Freude am Essen haben

Läuft dir das Wasser im Mund zusammen, wenn du an „Hirse-Lachs-Bratlinge auf Kerbelcreme“ oder „Orangen-Möhren-Suppe mit Kumquats“ denkst? Wahrscheinlich nicht und das ist nicht verwunderlich. Forscher haben festgestellt, das fettiges oder kohlenhydratreiches Essen das Belohnungssystem im Gehirn aktivieren. Beides in Kombination verstärkt den Effekt. Unser Körper ist nach wie vor auf das Leben in der Urzeit ausgerichtet. Wir wollen Nahrung, die uns schnell sehr viel Energie liefert.

Da du heute nicht mehr plötzlich vor einem Säbelzahntiger fliehen oder deine Nahrung bei kilometerlangen Wanderungen zusammensuchen musst, brauchst du in der modernen Zeit keine energiereiche Nahrung. Du musst daher deine Ernährung dem tatsächlichen Bedarf anpassen, was dir aber auch die Freude am Essen nimmt. Die Folge sind Essstörungen, die sich unterschiedlich äußern können. Appetitlosigkeit, Fresssucht, Magersucht und Bulimie sind heute weitverbreitete Krankheiten. Besonders wenn du dich üblicherweise dem Alltag angepasst ernährst, solltest du den Wellnesstag zum ausgiebigen Schlemmen nutzen.

Tatsache ist, dass Essen ist überschattet von einem schlechten Gewissen und wird zunehmend etwas Angstbesetztes und Stressiges. Dabei geht das Selbstwertgefühl in den Keller, weil du dich bei jedem Schokoriegel als Versager an der Diätenfront fühlst. Lerne wieder Freude an jeder Mahlzeit zu haben, denn Essen ist etwas Wunderschönes und Genussvolles. Wenn du entspannt daran gehst, lösen sich viele Verdauungsprobleme von selbst.

Mit allen Sinnen genießen

Beginne den Tag mit einem Frühstück, das dir zusagt. Egal, ob du am Morgen lieber nur einen Yoghurt magst oder ob du ein reichhaltiges Essen mit Schinken, Wurst und Ei liebst. Gönne dir nur das Feinste an dem Tag. Es darf auch ein Sahnejoghurt statt des Magermilchproduktes sein.

Tipp

Bereite alles am Abend vor, damit du direkt mit dem Schlemmen beginnen kannst. Verzichte auch darauf zu kochen. Bestelle dir ein tolles Menü zu dir nach Hause. Wähle eines deiner Lieblingsgerichte, selbst wenn es sich um Pizza mit doppelt Käse und mit Käse gefülltem Rand handelt. Gönne es dir einfach.]

Richte jede Mahlzeit liebevoll an, denn das Auge isst mit. Löffel den Joghurt nicht aus dem Becher, sondern aus einem Glas garniert mit Früchten. Nimm dein bestes Geschirr, um darauf die Mahlzeit vom Lieferdienst zu servieren. Edle Gläser für die Getränke runden das Bild ab.

Ziehe den Duft des Essens genussvoll ein. Schmecke es bereits, bevor der erste Bissen im Mund verschwindet. Genieße das Gefühl der Nahrung im Mund, befasse dich mit der Textur und dem Geschmack. Lasse dir also sehr viel Zeit beim Essen, dann kommt die Freude von ganz alleine.

Gesund ist, was mir schmeckt

Gut, für Chips oder Pommes mit Mayonnaise gelten ausnahmen, denn diese Nahrung ist natürlich nicht gesund, obwohl sie schmeckt. Aber um solche Extreme geht es nicht, sondern darum, dass vermutlich jeder Mensch viele Lebensmittel konsumiert, die ihm nicht schmecken.

Du stopfst dich brav mit vielen Produkten voll, weil sie einen hohen Gehalt an antioxidativ wirkenden Stoffen, Omega-3-Fettsäuren, sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffe haben. Statt Pasta mit Spinat würgst du einen grünen Smoothie mit Spirulina runter. Du hasst Äpfel, isst sie aber, weil sie viel Vitamin C enthalten. Dabei übersiehst du, dass ein Mangel an dem Vitamin heute kaum noch möglich ist. Es ist in jedem Obst und Gemüse vorhanden, das ganzjährig zur Verfügung steht. Außerdem wird es in Form von Ascorbinsäure (Zusatz E 300 bis 304) vielen Lebensmitteln als Antioxidationsmittel zum Schutz vor Oxidation durch Luftsauerstoff zugesetzt.

Du findest Vitamin C in Mehlen, Kartoffelfertigprodukten, Säften, Bonbons, Fleisch- und Wurstkonserven. Übrigens Vollkornpasta mit Spinat oder anderem Gemüse ist lecker und gesund.
Es gibt keinen Grund Nahrung zu essen, die du nicht magst. Egal, aus welchem Grund du meinst etwas zu dir nehmen zu müssen, was dir nicht schmeckt. Es gibt mit Sicherheit eine schmackhafte Alternative. Verderbe dir also nicht unnötig die Freude am Essen.

Diät ja – Diätenwahn nein

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) stuft von 14 bekannten Diäten

  • 7 als nicht empfehlenswert;
  • 2 als empfehlenswert, wenn du langfristig auf eine ausgewogene Ernährung übergehst;
  • 2 als unschädlich, aber nicht optimal ein und nur
  • 4 Methoden als empfehlenswert ein.

Die Methoden, welche die DGE empfiehlt, sind Trainingsprogramme zu Umstellung der Ernährung. Klassiker wie die Kohl-Diät, Eier-Diät oder Trennkost fallen bei der Beurteilung genauso durch wie moderne Diäten, etwa „Fit for Life“ (eine Mischung aus Trenn- und Rohkost) oder Intervall-Fasten (2 Tage kalorienreduziert und 5 Tage normal Essen oder 16:8-Fasten nur 8 Stunden täglich etwas essen und 16 Stunden fasten).

Eine Diät stuft die Gesellschaft als sinnvoll ein, wenn sie zu einer langsamen, langfristigen Gewichtsabnahme führt und das Gewicht mindestens ein Jahr lang gehalten wird. Insgesamt soll ein

  • gesundheitsbewusstes Verhalten gefördert werden
  • mit einem genussvollen, gesunden Essverhalten.
  • Dabei ist es wichtig, individuelle Vorlieben beim Essen und Trinken zu berücksichtigen.

Ein strenger Diätenwahn, der dir jeden Tag einen bestimmten Ernährungsplan aufzwingt, kann zu keinem Erfolg führen.

Insgesamt betrachtet, gehört ein gutes Essen, das du genießt auf jeden Fall zu einem Wellnesstag. Du sollst dich nach dem Tag wohlfühlen und auf ihn mit Freude zurückblicken. Also vergiss an dem Tag alle Diäten, Punkte- oder Kalorientabellen, sondern genieße aus vollem Herzen.

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Du nimmst zwischen drei und fünf Mahlzeiten am Tag ein. Ist es wirklich eine Frage, warum diese Zeit dir Freude bereiten soll? Wenn du freudlos an das Essen herangehst, verdirbst du dir den Tag und die Gefahr, dass es dir nicht bekommt, wächst.

Bei einigen Naturvölkern in Afrika ist es üblich, lediglich einmal am Tag zu essen und das bekommt ihnen ausgezeichnet. Bei der 16:8 Methode des Intervallfastens nimmst du in den 8 Stunden, in denen du essen darfst 2 Mahlzeiten zu dir. Traditionell isst man in Europa 3- bis 4-mal am Tag. Viele Ernährungsexperten raten zu 5 kleinen Mahlzeiten.

Die meisten Experten raten, dass du drei Stunden vor dem ins Bett gehen, die letzte Mahlzeit einnimmst. Es kommt also auf die Uhrzeit an, wann du dich schlafen legst. Die Empfehlung bezieht sich auf eine ungestörte Nachtruhe. Iss ruhig auch später, wenn dir das nicht den Schlaf raubt.

Ärztlich empfohlene Diäten sind natürlich immer einzuhalten. Ansonsten sind klassische Diäten, die dir eine Ernährung aufzwingen, welche dir nicht behagt, unsinnig. Sinnvoll ist, sich ausgewogen zu ernähren, das bieten die üblichen Diäten nicht.

Wenn du nicht achtsam isst, also jeden Bissen bewusst genießt, schaufelst du jede Menge Nahrung in deinen Körper, ohne es zu bemerken. Iss beispielsweise einen Riegel Schokolade, den du genussvoll im Mund zergehen lässt und einen zweiten nebenbei beim Fernsehen. Beide Male nimmst du ein kalorienreiches Lebensmittel zu dir, aber nur im ersten Fall bereitet es dir optimalen Genuss.

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