Bezahlen mit dem Smartphone

Das Sprichwort „Nur Bares ist Wahres“ gilt bei der jüngeren Generation schon lange nicht mehr. Das Bezahlen mit Giro- oder Kreditkarte hat sich in unserem Alltag bereits etabliert, inzwischen funktioniert das aber auch mit dem Smartphone! Immer mehr Händler entscheiden sich dafür, ihren Kunden diesen Bezahlservice anzubieten. Doch ist das Zahlen mit dem Handy wirklich schneller als das Zücken der Brieftasche? Und was ist mit der Sicherheit?

Digitale Geldbörse für die Hosentasche

Das Smartphone ist ein wichtiger Bestandteil unseres täglichen Lebens geworden. Es ersetzt immer mehr Alltagsgegenstände wie Navigationsgerät, Kalender oder Festnetztelefon. Selten verlässt jemand das Haus ohne dieses Informations-, Unterhaltungs- und Kommunikationsgerät. Da bietet es sich natürlich an, das Smartphone auch fürs Bezahlen zu nutzen. Spezielle Apps auf dem Handy ermöglichen es den Verbrauchern, Transaktionen ohne physisches Bargeld durchzuführen. Das ist besonders praktisch, wenn dir gerade das Kleingeld ausgegangen ist oder du spontan Waren und Dienstleistungen etwa im Supermarkt, an der Hotelrezeption oder im öffentlichen Nahverkehr bezahlen willst. In Zukunft musst du also statt Geldbeutel, Girokarte und Handy nur noch ein einziges Gerät mit dir führen. Klingt gut, oder? Bevor es losgeht, solltest du jedoch ein paar technische Fragen klären und einen geeigneten Zahlungsanbieter auswählen.

Technische Anforderungen an das Handy

Voraussetzung für das mobile Bezahlen ist ein Smartphone mit NFC-Chip (Near Field Communication). Die meisten modernen Geräte sind bereits mit dieser Technologie ausgestattet. Ob dein Android-Smartphone NFC unterstützt, erfährst du in den Einstellungen. Unter „Verbindungen“ oder „Netzwerke“ sollte es eine Schaltfläche „NFC“ geben. iPhones sind ab Modellreihe 6 standardmäßig NFC-fähig. Um mit deinem Smartphone im Geschäft bezahlen zu können, musst du zunächst eine Zahlungs-App installieren. Bei Android-Geräten ist das entweder die hauseigene Bezahl-App der Bank oder ein Anbieter wie Google Pay mit hinterlegtem Bankkonto. Auch Paypal bietet eine Bezahlfunktion an und verknüpft sich dafür mit Google Pay. iPhone-Besitzer nutzen Apple Pay.

Dein Smartphone ist nicht NFC-fähig? Manche Läden bieten eigene Kunden-Apps an, die du für das Bezahlen nutzen kannst. Vielleicht hast du ja auch eine NFC-fähige Smartwatch am Handgelenk. Damit kannst du ebenfalls in Sekunden an der Kasse zahlen. Falls du die Anschaffung eines solchen Fitnessarmbands planst, solltest du vorher prüfen, ob deine Bank den verwendeten Bezahldienst unterstützt.

Und so funktioniert das Bezahlen2Go

Teilnehmende Geschäfte erkennst du am NFC-Logo mit dem Funkwellen-Symbol. Nachdem du die Zahlung per Smartphone an der Kasse angekündigt hast, braucht die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter nur einen Knopf im System zu drücken, um die Smartphone-Transaktion zu aktivieren. Für den Bezahlvorgang öffnest und entsperrst du dann die entsprechende App und hältst das Smartphone mit ein paar Zentimetern Abstand über die NFC-Schnittstelle des Bezahlterminals, bis ein akustisches Signal zu hören ist oder eine optische Bestätigung auf dem Lesegerät erscheint. Ist der Kaufbetrag höher als 50 € kann zusätzlich eine Freigabebestätigung mit PIN oder einer biometrischen Authentifizierungsart (zum Beispiel Fingerabdruck oder Gesichtserkennung) auf dem Smartphone erforderlich sein.

Bei Anbietern wie Payback Pay wird stattdessen an der Kasse ein QR-Code am Bezahlterminal eingescannt, der dann die Zahlung in der App freigibt. Die Abbuchung des Betrags erfolgt über dein Bankkonto, das du bei der Anmeldung hinterlegt hast. Dadurch können auch Nutzer älterer Smartphones ohne NFC-Technologie mobil bezahlen. Die Transaktionen werden in der App abgespeichert und sind dort jederzeit einsehbar. Willst du mit deiner Smartwatch bezahlen, drehst du einfach das Handgelenk im richtigen Winkel zum Kassenterminal. Und schon gehört die Ware dir!

Ein paar Worte zum Thema Sicherheit

Bezahl-Apps bieten laut Stiftung Warentest eine hohe Sicherheit. Persönliche Daten wie Name oder Adresse sind auf dem NFC-Chip nicht gespeichert und bei den Zahlungen werden anstelle von Kontodaten nur Stellvertreternummern übermittelt. Außerdem funkt der NFC-Chip lediglich wenige Zentimeter weit und nur spezielle Lesegeräte können die Signale entschlüsseln. Das Display des Smartphones muss für die Transaktion entsperrt und die Bezahl-App geöffnet sein. Daher ist es für Dritte kaum möglich, deine Daten abzufangen. Auch eine ungewollte Zahlung ist so gut wie ausgeschlossen, sogar wenn sich dein Smartphone in der Nähe eines NFC-Gerätes befindet.

Einen Verlust des Smartphones solltest du jedoch der Bank oder dem Finanzdienstleister melden. Halte außerdem stets das Betriebssystem deines Handys auf dem aktuellen Stand und nutze eine Security-App mit Schutz gegen Phishing. Denn ansonsten könnten deine Daten durch Trojaner oder Viren ausgespäht werden.

Fazit

Kontaktloses Bezahlen wird immer beliebter. Das Einkaufen mit dem Smartphone hat praktische und hygienische Vorteile: Kein umständliches Kramen im Geldbeutel, kein Tippen auf dem Bezahlterminal, keine langen Wartezeiten. Und solange du gut auf dein Gerät aufpasst und eine vertrauenswürdige Software nutzt, brauchst du dir auch über die Sicherheit nur wenig Gedanken zu machen. Somit ist das Smartphone eine echte Alternative zum Bargeld und könnte schon bald die physische Geldbörse ersetzen.

Viele Anbieter speichern Daten über dein Einkaufs- und Zahlungsverhalten, also welche Ware du wann, wo und zu welchem Preis gekauft hast. Damit erstellen sie ein Kundenprofil für gezielte Werbemaßnahmen oder Rabattangebote.

Die „Near Field Communication“ ist ein weltweiter Übertragungsstandard zum drahtlosen Austausch von Daten über wenige Zentimeter per elektromagnetischer Induktion.

Aktiviere Sicherheitsfunktionen wie Displaysperren, Gerätepasswörter, Fingerabdruck-, Gesichts- oder Irisscanner. Eine „Find my Phone“-Funktion ist hilfreich, wenn dein Smartphone gestohlen wurde oder verloren gegangen ist. Damit kannst du dein Gerät aus der Ferne sperren.

Vom Bank- oder Kreditunternehmen über die App bis zum Händler sind viele Unternehmen am Bezahlvorgang beteiligt. Die Nutzung der App ist bei den meisten Anbietern kostenlos. Auch die Händler verlangen in der Regel keine Gebühren. Von den Banken könnte für die Zahlungsvorgänge jedoch ein Entgelt verlangt werden.

Damit werden die Zahlungsdaten der Kunden bei Nutzung des Smartphones oder der Smartwatch abgesichert. Die beim Anbieter hinterlegten Originaldaten werden durch eine Ersatznummer (den Token) ersetzt und verschlüsselt an den Händler übertragen.

Quellen

https://www.test.de/Bezahlen-mit-dem-Handy-Zwoelf-populaere-Bezahl-Apps-im-Check-5537170-5537176
https://www.infranken.de/ratgeber/finanzen/kontaktloses-bezahlen-die-offenen-fragen-beantwortet-die-stiftung-warentest-art-5398123
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/apps-und-software/mobil-bezahlen-so-gehts-26548
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/mobilfunk-und-festnetz/mobiles-bezahlen-kostet-nichts-das-ist-nur-die-halbe-wahrheit-33137

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