Verbessert ein Smart Home unsere Lebensqualität?

Das Märchen vom Schlaraffenland kennen wir alle. Da landen gebratene Tauben direkt im Mund. Ganz so bequem wird es durch die Smart Home Technologie noch nicht, aber wir können uns mit der richtigen Auswahl an Geräten und Zubehör das Leben deutlich erleichtern. Doch wie funktioniert so eine Hausautomation überhaupt? Welche Vorteile verschafft mir ein Smart Home? Wie finde ich die passenden Produkte für meine individuellen Ansprüche? Was kostet ein Smart Home?

Mittlerweile gibt es zahlreiche Produkte, mit denen sich das Zuhause in ein Smart Home verwandeln lässt, auf dem Markt. Das Angebot ist ganz besonders für Einsteiger sehr unübersichtlich. Wir haben einmal die wichtigsten Fakten zusammengefasst und geben einen informativen Einblick in die Welt des Smart Living.

Smart Home – was ist das?

Smart Home oder auf gut Deutsch ein intelligentes Zuhause ist der Oberbegriff für technische Verfahren zur Vernetzung von verschiedenen Geräten. Diese Geräte kommunizieren miteinander und sorgen damit für eine Verbesserung der Lebens- und Wohnqualität. Andere Begriffe für das Smart Home sind Haus- oder Gebäudeautomation, Smart Living, eHome oder Connected Home. Automatisierungslösungen, die speziell für Senioren entwickelt wurden, nennt man Ambient Assisted Living (AAL). Die Technologie für ein Smart Home lässt sich nicht nur in Neubauten integrieren, sondern kann auch in älteren Häusern nachgerüstet werden.

Die Möglichkeiten, die das Smart Home bietet, sind vielfältig und sorgen für Erleichterung und Luxus in den drei folgenden Kernbereichen

  • Komfort
  • Sicherheit
  • Energiesparen

So kann ein Feuermelder den Alarm gleich auf dein Smartphone weiterleiten, wenn du nicht im Haus bist. Ähnlich funktioniert es auch mit Sensoren an den Fenstern und Türen, die auf einen Einbruch hinweisen und den Alarm direkt weiterleiten.

Wird es dunkel, gehen im Haus automatisch einige ausgewählte Lichter an und die Rollläden und Jalousien schließen sich. Die Heizung sorgt für eine optimale Temperatur, wenn du nach Hause kommst und muss nicht den ganzen Tag ein leeres Haus heizen. Das sorgt für eine Wohlfühlatmospähre und spart Energie. Oder deine Waschmaschine informiert dich per App, dass das Programm durchgelaufen ist oder warnt, dass Wasser ausläuft.

Sobald diese Funktionen miteinander vernetzt sind, kannst du ganze Routinen vorgeben. Das Garagentor öffnet sich automatisch, wenn du nach Hause kommst. Das Licht im Hausflur geht an und in den Wohnräumen breitet sich eine gemütliche Wärme aus. Im Hintergrund läuft deine Lieblingsmusik, während die Kaffeemaschine für einen leckeren Espresso warmläuft. Du kannst die Abläufe bequem über einen Sprachbefehl, per App auf dem Handy oder dem Tablet steuern. Andere Programme laufen automatisch zu bestimmten Zeiten ab. Dabei schließen sich die Rollläden jeden Abend um 18 Uhr oder der Mähroboter legt gleich nach der Mittagspause automatisch los. Auch für ältere Menschen, die noch alleine leben, ist Smart Home interessant. Überwachungssysteme und Sturzsensoren sorgen hier beispielsweise für zusätzliche Sicherheit.

Welche Optionen für dich relevant sind, entscheidest du und dein Geldbeutel. Sets für Einsteiger in die Welt des Smart Homes sind bereits ab einigen Hundert Euro zu bekommen, nach oben hin ist die Skala aber offen.

Wie finde ich das passende System?

Mittlerweile gibt es so viele Produkte zur Hausautomation auf dem Markt, dass es kaum noch möglich ist, einen Überblick zu bekommen. Daher solltest du dir zunächst einmal Gedanken machen, in welchem Bereichen ein Smart Home für dich Sinn ergibt, bevor du dich von Fachleuten beraten lässt.

Das typische Smart Home besteht aus mehreren Komponenten, die alle vom gleichen Hersteller stammen können, dann handelt es sich um ein geschlossenes System. Das hat den Nachteil, dass du von einem Anbieter abhängig bist und die Preise für alle einzelnen Komponenten alternativlos akzeptieren musst. Möglicherweise hat dieser eine Anbieter auch nicht alle Geräte, die du für die gewünschte Automatisierung benötigst.

Bei einem offenen System kommen die Elemente von unterschiedlichen Anbietern. Das sorgt für mehr Flexibilität, du musst dann beim Zusammenstellung des Smart Homes jedoch selbst auf wichtige Details achten. Damit alle Geräte kompatibel sind, ist es wichtig, dass sie denselben Funkstandard haben. Prüfe also unbedingt, über welchen Funkstandard die Geräte kommunizieren. Das kann beispielsweise Bluetooth, WLAN oder ZigBee sein.

Diese Komponenten benötigst du für ein Smart Home:

Endgeräte: Das sind zum Beispiel Lampen, Rollläden, Regler für die Heizkörper, aber auch viele andere Haushaltsgeräte und Haushaltsroboter, die über den nötigen Funkstandard verfügen und damit für automatisierte Abläufe geeignet sind. Einige Geräte, wie z.B. eine Waschmaschine oder der Kaffeevollautomat lassen über WLAN-Steckdosen oder Smarte Kippschalter nachrüsten und damit Smart Home fähig machen. Wichtig ist dabei, dass du auf die Kompatibilität achtest, denn nur dann funktioniert eine automatische Steuerung.

Steuerelement: Damit die passenden Einstellungen für die automatisierten Abläufe im Haus problemlos und im besten Fall auch intuitiv vorgenommen werden können, benötigst du ein oder mehrere Eingabegeräte. Das kann das Smartphone oder ein Tablet sein. Einzelne Geräte lassen sich auch mit Touchdisplay oder einfachen Reglern bedienen. Vielfach funktioniert auch eine Steuerung über einen Sprachbefehl, dann gehen die Lampen im Zimmer auf Zuruf an- oder aus.

Die Zentrale: Damit die Abläufe im Smart Home funktionieren, benötigt man eine zentrale Steuereinheit, die je nach Hersteller Gateway, Hub, Bridge oder Basisstation genannt wird. Dieses „Gehirn“ des Connected Home ermöglicht eine Kommunikation. Durch eine Vernetzung treten alle Geräte miteinander in Kontakt. Diese Vernetzung kann durch Kabel, die im Haus verlegt sind, stattfinden. Diese Möglichkeit bietet sich allerdings eher bei Neubauten an. In älteren Häusern ist eine Nachrüstung zu teuer. Daher greift man hier meistens auf Funksysteme zurück.

Mittlerweile tummeln sich viele Anbieter auf dem Markt, die Geräte für ein Connected Home anbieten, dazu gehören z.B. Bosch Smart Home, devolo Home Control, Gigaset elements (nur Sicherheitskomponenten), innogy SmartHome Sysstem, Samsung SmartThings oder Magenta SmartHome Systems. Viele dieser Systeme sind mit Produkten anderer Hersteller kombinierbar. Aber auch Sprachassistenten wie Alexa von Amazon, Siri von Apple oder Google Assistant lassen sich in die Systeme integrieren und für die Steuerung nutzen.

Was ist IFTTT?

Diese Technologie ist noch einmal ein kleines Sahnehäubchen auf dem Smart Home Kuchen. Denn hier findet nicht nur die Vernetzung kompatibler Produkte statt, sondern es besteht auch die Möglichkeit unterschiedliche Hersteller und Vorgänge zu kombinieren. Dazu gibt es die IFTTT-Anwendungen, das heißt „If-This-Than-That“ oder auf Deutsch „Wenn-Dies-Dann-Das“. Eine Anwendung könnte z.B. sein: Wenn es draußen dunkel wird, schalte die Lampe im Eingangsbereich ein. Dabei misst ein Sensor die Helligkeit, gibt diese Informationen weiter und das Flurlicht wird automatisch eingeschaltet. Selbstverständlich können auch umfangreichere Szenarien und Abläufe programmiert werden.

Und was ist mit dem Datenschutz?

Der Datenschutz ist ein schwieriges Thema, wenn es um Smart Home Technologie geht, denn viele der genutzten Geräte sind dauerhaft mit dem Internet verbunden. Daten werden dabei möglicherweise in einer Cloud von Drittanbietern gespeichert. Das gilt auch für Überwachungskameras und teilweise sogar für Feuermelder, die integrierte Mikrofone haben können. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat Smart Home-Geräte auf IT-Sicherheit geprüft und bei einer Stichprobe festgestellt, dass zumindest eine der vier getesteten Überwachungskameras Daten an Facebook überträgt.

Die Verbraucherzentrale hat wichtige Tipps zum Thema Datenschutz bereitgestellt:
Tipps für mehr Datensicherheit bei Smart-Home-Geräten

  • Informiere dich sowohl vor und als auch nach dem Kauf darüber, wie es um Datenschutz und IT-Sicherheit bestellt ist.
  • Datenschutzfreundliche Einstellungen bei den zugehörigen Geräte-Apps möglichst schon bei der Einrichtung vornehmen
  • Ein sicheres Passwort wählen.
  • Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung erhöht prinzipiell die Sicherheit beim Zugriff auf smarte Systeme.
  • Geräte und dazugehörige Apps sollten immer auf dem neuesten Stand sein, verfügbare Updates sollten zeitnah installiert werden. 
  • Getrennte Router-Netzwerke für PC und Ihr Smart Home einrichten.

(Quelle: Verbraucherzentrale: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wohnen/smart-home-das-intelligente-zuhause-6882)

Ausführliche Informationen mit detaillierten Anwendungshinweisen zum Thema Datenschutz und Smart Home findest du auf der Seite der Verbraucherzentrale. (https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wohnen/smart-home-das-intelligente-zuhause-6882)

Das sind die Vor- und Nachteile von Smart Home

Vorteile:

  • Einsparung von Energiekosten
  • Steigerung der Wohnqualität
  • Erhöhung der Sicherheit im Haus
  • Einfache und personalisierte Bedienung
  • Zugriff auch von außerhalb durch Smartphone
  • Feste Routinen möglich

Nachteile:

  • Mögliche Datenschutzprobleme
  • Hohe Anschaffungskosten
  • Schwer einen Überblick zu bekommen, da sehr viele Anbieter auf dem Markt sind
  • Dauerhafte Netzwerkverbindungen müssen gewährleistet sein

Auch wenn es einige Nachteile bei der Umstellung auf Smart Home gibt, bietet diese Technologie zahlreiche Erleichterungen im Alltag. Der Feierabend auf dem Sofa kann durch einfache Licht- und Lautsprechersteuerung durch ein Smartphone noch entspannter werden. Automatisierte Routinen können für Einbruchschutz sorgen, auch wenn die Bewohner außer Haus sind. Zudem lassen sich effizient Energiekosten einsparen. Ein Connected Home bietet viele Vorteile. Wichtig ist nur, im Vorfeld die eigenen Bedürfnisse zu ermitteln und ein abgestimmtes Konzept zu wählen.

Vernetzte Geräte können eine Menge Komfort in den Alltag bringen, den Sicherheitsstandard in Ihrem Zuhause erhöhen und Energiekosten einsparen.

Neben den baulichen Voraussetzungen solltest du unbedingt darauf achten, dass die einzelnen Komponenten des gewählten Smart Home Systems auch untereinander kombinierbar sind.

In einem älteren Haus bietet es sich nicht an, neue Leitungen für Kabel zu verlegen. Hier sind Aufwand und Kosten zu hoch. Daher findet die Vernetzung hier über Funk statt.

Neben den Anschaffungskosten gehören Bedenken bei der Datensicherheit zu den Nachteilen der Hausautomation.

Viele ältere Haushaltsgeräte lassen sich mit einem SwitchBot Kippschalter oder einer WLAN-Steckdose nachrüsten und damit im Hausnetzwerk nutzen.

Kommentar von Susanne M. |

Ein Smart-Home-System, das durch Anwesenheitssimulation Einbrüche verhindern kann, verbessert durchaus die Lebensqualität. Es vermittelt dir ein Gefühl der Sicherheit, weil Einbrecher in der Regel nur in Abwesenheit der Bewohner zuschlagen. Und angesichts der Ukrainekrise mit ihren geradezu explodierenden Energiekosten hat das Energiesparen derzeit einen höheren Stellenwert denn je. Bei der Rückkehr von der Arbeit oder einem Besuch bei Freunden eine mollig warme Wohnung vorzufinden, ohne dass du den ganzen Tag die Heizung laufen lassen musstest, spart dir viel Geld, das du dann für angenehmere Dinge verwenden kannst. Auch das ist meiner Meinung nach ein Stück Lebensqualität. Das sind nur zwei Vorteile von vielen, die Smart Home bietet.

Was ist die Summe aus 9 und 5?
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