Die Kinder sind aus dem Haus – Raum für dich!

Kaum sind die Kinder aus dem Haus, geht’s an den Umbau. Vergiss das „Empty-Nest-Syndrom“ und gestalte Räume nach deinem Geschmack.

Wer früh eine Familie gründet, hat gerade einmal die 50 überschritten, wenn die Kinder ausziehen. Da wird kein Gedanke an betreutes Wohnen oder ein Altenheim verschwendet, sondern aktiv die Umnutzung der Räume geplant. Mit einfachen Umbau- und Renovierungsmaßnahmen kannst du deine Immobilie den veränderten Verhältnissen anpassen, den Zimmern eine neue Verwendung zuweisen und das großzügige Raumangebot genießen. Hier erfährst du, welche Möglichkeiten es gibt, und warum es sinnvoll ist, die Barrierefreiheit im Hinterkopf zu behalten.

Umnutzung der Räume

Für die einen ist es ein wichtiger Schritt in die Selbstständigkeit, den anderen macht es schwer zu schaffen: der Auszug der Kinder aus dem Elternhaus. Die plötzliche Leere belastet manche Eltern psychisch und organisatorisch derart, dass eigens dafür der Begriff „Empty-Nest-Syndrom“ geprägt wurde. Doch anstatt den belebten Zeiten hinterher zu trauern, sollte der Blick nach vorne gerichtet werden, denn leere Zimmer müssen nicht leer bleiben, sondern bieten verlockende Möglichkeiten. Den Wänden einen neuen Anstrich verpassen, das Zimmer nach dem eigenen Geschmack einrichten und dekorieren oder durch Grundrissänderung großzügige Räume schaffen sind zwei grundsätzliche Möglichkeiten der Umnutzung.

Wusstest du schon?

Das „Empty-Nest-Syndrom“ bezeichnet in erster Linie die Gefühle der Eltern beim oder kurz nach dem Auszug eines Kindes. Insbesondere Frauen sind davon betroffen, da sich viele von ihnen bisher konventionellerweise primär der Kindererziehung gewidmet und ihre eigene Berufstätigkeit reduziert oder ganz aufgegeben haben. In schweren Fällen kann die emotionale Belastung Depressionen oder eine Sucht nach sich ziehen. Doch auch organisatorisch bringt der Auszug einen Umbruch mit sich und erfordert ein Umdenken der Eltern.

Der Grundriss bleibt erhalten

Ein Haus lebt und verändert sich mit der Familiensituation und soll den Bedürfnissen der Bewohner zu jeder Zeit optimal gerecht werden. Solange Kinder und Jugendliche im Haus wohnen, stellen die Eltern ihre Interessen häufig zurück. Während die Kinder ihre eigenen Zimmer und vielleicht sogar noch ein gemeinsames Spielzimmer in räumlicher Nähe zum Wohnbereich haben, wird auf ein Arbeitszimmer für die Eltern verzichtet.

Die Wäsche wird im Schlafzimmer oder im Keller gebügelt, der Laptop abends auf dem Esstisch aufgebaut. Wenn die Kinder ausgezogen sind, ist es Zeit, wieder an sich zu denken und die verwaisten Kinderzimmer zu nutzen. Wäschezimmer, Arbeitszimmer, Fernsehzimmer oder einfach ein persönlicher Rückzugsort, es gibt so viele Möglichkeiten, ein leeres Zimmer zu füllen. Die Renovierung ist einfach gemacht und muss gar nicht teuer sein: ein neuer Anstrich oder neue Tapeten, den Bodenbelag auswechseln und nach Verwendung und Geschmack einrichten und dekorieren. Und für den Fall, dass eines der Kinder doch mal wieder im Elternhaus übernachten möchte, leistet ein Schlafsofa gute Dienste.

Wände versetzen

Grundrissänderungen erlauben eine weitreichende Umgestaltung der Wohnverhältnisse. Durch die Entfernung nichttragender Wände entstehen großzügige Räume, so wird beispielsweise aus der kleinen Küche, dem Wohn- und Esszimmer ein weitläufiger Aufenthaltsbereich, der die Bewohner zusammenbringt. Kochen, Essen und Wohnen in einem Raum fördert die Kommunikation und gibt niemandem das Gefühl, ausgeschlossen zu sein. Mit dem Einbau von Leichtbauwänden können Teile des Raumes abgetrennt oder neugestaltet und Nischen geschaffen werden. Auch der langgehegte Wunsch nach einem Ankleidezimmer wird endlich verwirklicht, indem ein Durchbruch zum angrenzenden Nebenzimmer geschaffen wird.

Wer größeres plant, sollte mit einem Architekten zusammenarbeiten, der in allen Phasen des Umbaus tatkräftig unterstützt. Er weist entsprechendes Fachwissen und Kenntnis aller bau- und planungsrechtlichen Vorgaben auf und sorgt für einen reibungslosen Ablauf der Baumaßnahmen.

Barrierefreiheit

Barrierefrei sind nach Paragraf 4 des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) „[…] bauliche Maßnahmen und sonstige Anlagen […], wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind […]“ [1]. Welche konkreten baulichen Merkmale und Ausstattung eine barrierefreie Umgebung aufweisen muss, wird durch die DIN 18040 geregelt.

Barrierefreiheit im eigenen Haus ist die Basis für selbstständiges Wohnen im Alter. Es lohnt sich also, bei anstehenden Renovierungen schon jetzt die Barrierefreiheit mit einzubeziehen und so im Alter davon zu profitieren. Häufig hilft bereits eine entsprechende Vorrichtung, die im Bedarfsfall den Umbau zur Barrierefreiheit vereinfacht. Für die Schaffung von barrierefreiem Wohnraum und die Anpassung von bestehenden Wohnungen an die Anforderung der Barrierefreiheit unterstützen der Staat, die Bundesländer und die Kommunen durch zahlreiche Förderprogramme.
Bekannt sind beispielsweise die Programme der KfW-Bank, die mit einem einmaligen Zuschuss und Förderkrediten zu niedrigen Zinsen unterstützen; sie werden über die Hausbank vergeben. Unter anderem kann durch folgende bauliche Veränderungen das Wohnumfeld verbessert werden:

Außerhalb der Wohnung

Der Einbau eines Personenaufzugs beziehungsweise die Anpassung von bestehenden Aufzugsanlagen, die Schaffung eines ebenerdigen Zugangs, Türvergrößerungen und die Errichtung von Rampen und Treppenliften sichern einen barrierefreien Zugang.

Innerhalb der Wohnung

In der Küche schaffen mit einem Rollstuhl unterfahrbare Küchenmöbel und motorisch absenkbare Oberschränke Barrierefreiheit. Im Badezimmer bringen eine ebenerdige Dusche und eine Wanne mit Einstiegshilfe ebenso Sicherheit und Erleichterung, wie der Einbau berührungsloser und mit Temperaturregler und -begrenzung versehenen Armaturen. Eine Schiebe- oder nach außen zu öffnende Tür sorgt für mehr Bewegungsfreiheit. Im Schlafzimmer sollte der Zugang zum Bett barrierefrei gestaltet und Steckdosen und Schalter so gesetzt werden, dass sie vom Bett aus erreichbar sind.

In allen Räumen sollte nach Möglichkeit ausreichend Bewegungsfläche geschaffen und Platz für Hilfsmittel wie Haltegriffe eingeplant werden. Bei der Erneuerung von Böden ist auf die Vermeidung oder Beseitigung von Schwellen, Stufen und Absätzen zu achten, außerdem sollten rutschfeste Beläge eingebracht werden. Türen müssen eine ausreichende Durchgangsbreite aufweisen, vor und hinter jeder Tür ist ausreichend Bewegungsfläche einzuplanen. Treppen gewinnen mit rutschfestem Belag und Handlauf an Sicherheit. Ausreichende Beleuchtung im Innen- und Außenbereich sowie zahlreiche Steckdosen, möglichst in Sitzhöhe, erleichtern den Alltag. Eine Hausautomation mit zentraler Steuerung und Fernsteuerung, beispielsweise für Rollläden, Markise, Licht oder Fernseher erspart im Alter viele Wege.

Hier findest du weitere Informationen zur barrierefreien Wohnung

Fazit

Wenn die Kinder aus dem elterlichen Haus ausziehen, bleiben häufig leere Zimmer zurück. Mit einfachen Renovierungsmaßnahmen können die Räume ohne Grundrissänderung für eine neue Verwendung hergerichtet werden. Wird der Grundriss durch die Entfernung oder den nachträglichen Einbau von Wänden verändert, sollte ein Architekt mit entsprechendem Fachwissen und Kenntnis aller bau- und planungsrechtlichen Vorgaben den Umbau begleiten. Bei anstehenden Renovierungen lohnt es sich, schon jetzt die Barrierefreiheit mit einzubeziehen und so im Alter davon zu profitieren.

Durch das Entfernen nichttragender Wände werden mehrere kleine Zimmer zu einem großzügigen Wohnbereich verbunden. Beliebt ist der kombinierte Koch-, Ess- und Wohnbereich, dort wird die Küche zum beliebten Mittelpunkt des Hauses.

Ein Architekt unterstützt in allen Phasen des Umbaus und weist Fachwissen und Kenntnis aller bau- und planungsrechtlichen Vorgaben auf. Er sorgt für einen reibungslosen Ablauf der Baumaßnahmen.

Nach dem Auszug der Kinder kannst du deren Kinderzimmer für deine Zwecke nutzen. Mit einfachen Renovierungsarbeiten, einer neuen Einrichtung und geschmackvoller Dekoration richtest du dir ein stilvolles Arbeitszimmer, praktisches Wäschezimmer oder einen ganz persönlichen Rückzugsort ein.

Für die Schaffung von barrierefreiem Wohnraum und die Anpassung von bestehenden Wohnungen an die Anforderung der Barrierefreiheit unterstützen der Staat, die Bundesländer und die Kommunen durch zahlreiche Förderprogramme. Besonders bekannt sind die Programme der KfW-Bank, die mit einem einmaligen Zuschuss und Förderkrediten zu niedrigen Zinsen unterstützen.

Es bezeichnet Gefühle der Eltern wie Trauer, Verlassenheit und Leere beim oder kurz nach dem Auszug eines Kindes. Insbesondere die Frauen sind davon betroffen, da sich viele von ihnen bisher konventionellerweise primär der Kindererziehung gewidmet und ihre eigene Berufstätigkeit reduziert oder ganz aufgegeben haben. In schweren Fällen kann die emotionale Belastung Depressionen oder eine Sucht nach sich ziehen.

Quellen

[1] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, 27.04.2002, Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (Behindertengleichstellungsgesetz BGG) § 4 Barrierefreiheit, zuletzt abgerufen am 11.08.2021 von https://www.gesetze-im-internet.de/bgg/__4.html

Mein Eigenheim, Schritt für Schritt zur barrierefreien Wohnung, zuletzt abgerufen am 11.08.2021 von https://www.mein-eigenheim.de/modernisierungsplanung/schritt-fuer-schritt-zur-barrierefreien-wohnung.html

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