Der Flur als Visitenkarte des Hauses

Hereinspaziert! Besucher merken bereits im Eingangsbereich, wer sie da willkommen heißt. Schließlich ist es das Erste, was sie beim Betreten der Wohnung zu sehen bekommen. Leider findet die Gestaltung des Flurs oft wenig Beachtung. Wirst auch du beim Heimkommen von einem kargen Durchgangszimmer empfangen? Dann werde kreativ und erfinde diesen Raum neu!

So wirkt mein Flur einladend

Der Eingangsbereich hat einen besonderen Vorteil. Da er in vielen Wohnungen von den anderen Zimmern abgetrennt ist, kannst du ihn abweichend vom übrigen Einrichtungskonzept gestalten. Ein wahres Experimentierfeld also! So kann dieser Raum mit minimalistischen Möbeln und reduzierter Deko puristisch anmuten, sich mit verschiedenen Bildern in eine Kunstgalerie verwandeln oder mit Urlaubscollagen, Reiseerinnerungen und Souvenirs zum Sightseeing-Erlebnis werden. In Wohnungen mit offener Raumgestaltung ist der Eingangsbereich räumlich oft weniger abgetrennt, sondern geht eher nahtlos in den Wohnbereich über.
Wenn du so einen offenen Flur vom Rest der Wohnung separieren möchtest, kannst du zum Beispiel eine Pflanze oder ein Möbelstück so in den Raum stellen, dass es als Trennelement dient. Auch ein unterschiedlicher Bodenbelag oder ein Teppichläufer grenzt den Flur optisch vom Rest der Wohnung ab.

Wandfarben für den Wow-Effekt

Die Wandfarbe hat großen Einfluss auf die Raumwirkung. Sie kann beruhigend wirken, Energie versprühen oder Räume optisch vergrößern. Überlege dir, welche Stimmung du im Flur haben möchtest. Eine Mischung aus „lauten“ und „leisen“ Tönen gibt dem Eingangsbereich Struktur. Farbige Akzente an den Wänden werden zum Hingucker, wenn sie sich deutlich von der übrigen Wandfarbe abheben. Auch mit ausdrucksstarken Tapeten kannst du einzelne Bereiche betonen. Schmale Flure wirken breiter, wenn die kürzeren Wände eine kräftigere Farbe haben als die langen Seiten. Doch du musst nicht unbedingt zum Farbeimer greifen, um deinen Flur aufzuwerten. Auch Bilderrahmen, Pinnwände mit Postkarten, Memoboards, Uhren oder Sprüche an der Wand lenken den Fokus auf sich.

Sinnvoll und trotzdem schön

Die Möbel im Flur sollen natürlich praktisch und funktonal sein. Aber auch die Optik muss stimmen. Eine ausdrucksstarke Konsole, eine Kommode oder ein schickes Sideboard werten jeden Eingangsbereich auf. Je nach Jahreszeit kannst du darauf besondere Dekorationsstücke platzieren, etwa eine Vase mit Sommerblumen, Weihnachtslichter oder Osterhasen. In einer kleinen Schale oder Schatulle auf der Konsole können Auto- und Haustürschlüssel, Geldbeutel, Brillen und andere Alltagsgegenstände verstaut werden.

An einer Garderobe mit mehreren Haken oder einer Stange für Kleiderbügel lassen sich Taschen, Jacken, Mäntel und Schals griffbereit aufhängen. Es gibt sie in unzähligen Variationen: Als Hänge- oder Standgarderobe, mit klaren Formen oder verschnörkeltem Design, aus Metall oder Holz, mit Spiegel, Schirmständer oder Regal. Einige verfügen zusätzlich über Ablagen für Hüte, Mützen und Handschuhe. Eine Alternative für Accessoires stellt ein offenes Regal dar.

Auch ein Schuhschrank für Sneakers, Sandalen und anderes Schuhwerk ist ein Muss in jedem Flur. Moderne Schuhregale und -kipper lassen die Treter entweder unauffällig verschwinden oder setzen sie gekonnt in Szene. Für jede Stilrichtung gibt es das passende Exemplar. Während Schuhschränke aus Kunststoff gut zu reinigen und in vielen Farben erhältlich sind, punktet Holz mit einer warmen Ausstrahlung und Natürlichkeit. Metall ist sehr widerstandsfähig und besitzt eine eher kühlere Wirkung.

Ein Stuhl, ein Hocker oder eine Sitzbank im Flur hilft beim Anziehen der Schuhe, leistet aber auch als Jacken- und Taschenablage gute Dienste. Einige Sitzbänke verfügen unter der Sitzfläche über offene Fächer für Schuhe oder Aufbewahrungsboxen. Modelle mit Klappen und Schubkästen können echte Stauraumwunder sein.

Welche Fußmatte ist die richtige?

Besonders im Herbst und Winter wird viel Schmutz und Feuchtigkeit in den Flur getragen. Um den Bodenbelag zu schonen, ist daher eine Schmutzfangmatte sinnvoll. Textile Matten aus Baumwolle oder Kunstfaser nehmen Nässe gut auf und sind in einer Vielzahl von Farben und Designs erhältlich. Zum Saubermachen genügt einfaches Absaugen. Bei starken Verschmutzungen können sie häufig in der Waschmaschine gewaschen werden. Eine Gummimatte ist unempfindlich, wetterfest und leicht zu reinigen. Sie kann jedoch bei Nässe rutschig werden. Meist wird sie daher perforiert oder mit einer speziellen rutschhemmenden Beschichtung verkauft. Einige verfügen zudem über einen robusten Rahmen aus Metall.

Auch ein Teppichläufer sollte in keinem Flur fehlen. Er fängt Steinchen, Staub und Schmutz ab, dämpft Geräusche und verbreitet ein wohnliches Ambiente. Je nach Einrichtungsstil fügt sich ein unifarbenes Modell oder ein mehrfarbiger Läufer mit geometrischen Formen, Ornamenten, Kreisen, Wellen, Streifen oder bunten Prints harmonisch in die Umgebung ein. Viele Teppiche eignen sich auch für Räume mit Fußbodenheizung. Tipp: Wähle einen Läufer mit rutschhemmender Unterseite oder verwende eine entsprechende Teppichunterlage, um Stolperfallen zu vermeiden.

Spieglein, Spieglein an der Wand

Sitzen Mantel und Frisur? Um vor dem Verlassen der Wohnung einen letzten prüfenden Blick auf sein Äußeres werfen zu können, ist ein Spiegel im Flur ein absolutes Muss. Dafür darf es gerne ein Ganzkörperspiegel sein. Das Design wählst du am besten passend zur übrigen Einrichtung aus. Modelle ohne Rahmen sind unauffällig und fügen sich problemlos in jedes Ambiente ein. Wo es zum Konzept passt, kann ein Spiegel mit Teakholz- oder Altholzrahmen, aufregender Mosaikverzierung, kunstvollen Metallelementen oder verschnörkelter Barockumrandung dem Flur das gewisse Extra verleihen.

Licht an!

Die Lichtverhältnisse tragen entscheidend dazu bei, dass sich Bewohner und Besucher wohlfühlen. Weil Tageslicht in vielen Fluren Mangelware ist, braucht es eine gute Allgemeinbeleuchtung. Im Flur bietet sich insbesondere ein Ensemble aus mehreren Deckeneinbauleuchten (Downlights) oder ein Schienensystem mit beweglichen Strahlern an. Sie leuchten einzelne Bereiche gezielt aus. Bei Fluren mit sehr hohen Decken wirkt eine Reihe mit mehreren Hängeleuchten ausgleichend.

Die Hauptbeleuchtung kann durch verschiedene Akzentbeleuchtungen ergänzt werden. Das können etwa diffuse Nischenbeleuchtungen oder indirekte Lichtquellen im Regal oder an der Garderobe sein. Auch eine Tischlampe auf dem Sideboard schafft eine gemütliche Atmosphäre. Wenn du die Akzentbeleuchtung mit einer Zeitschaltuhr verbindest, schaltet sich die Lampe in den Abendstunden automatisch ein. Wandleuchten setzen ebenfalls dekorative Akzente. Sie sollten auf Augenhöhe platziert werden (ca. 1,60 cm – 1,80 cm) und nicht zu weit in den Raum hineinragen.

5 Tipps für schmale Flure

Ein enger Eingangsbereich, oft gepaart mit mehreren abgehenden Türen, zieht eingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten nach sich. Dennoch gibt es verschiedene Methoden, so einen „Problemflur“ attraktiv zu gestalten.

  1. Streiche die Wände in Pastelltönen, Hellgrau oder Weiß, um den Eingangsbereich optisch zu vergrößern. Bei gemusterten Tapeten gilt: Großflächige Designs lassen den Flur geräumiger wirken als kleine Dekore. Auch große Bodenfliesen sorgen für Weite.
  2. Schmale Möbelstücke in ruhigen, hellen Farben lassen den Raum luftig wirken. Achte auf Multifunktionalität, etwa Sitzbänke mit Stauraum. Wandhaken sind platzsparender als eine Garderobe mit Bügel. Nutze auch die Höhe des Raums, zum Beispiel mit Regalen über den Türen.
  3. Wenn die vom Flur abgehenden Türen in der Wandfarbe gestrichen werden, treten sie optisch in den Hintergrund verschmelzen mit der Wand.
  4. Ein dunkler Flur kann erdrückend wirken. Sorge mit Decken-, Wand- und Tischleuchten für ausreichend Helligkeit. Die Beleuchtung sollte möglichst keine Schatten werfen.
  5.  Schmale Räume neigen dazu, schnell vollgestellt zu wirken. Achte darauf, dass die Laufwege frei bleiben. Wäschekörbe, Handtaschen, Einkaufstüten, Schuhe, Schirme und andere Gegenstände am besten sofort verräumen.

Pflanzen verbessern die Raumluft und lassen einen Raum lebendig wirken. Für dunkle Ecken im Flur braucht es Pflanzen, die mit wenig Licht klarkommen. Dazu gehören beispielsweise das Fensterblatt, das Einblatt, der Schwertfarn, der Bogenhanf, die Grünlilie, der Elefantenfuß, der Drachenbaum und die Efeutute.

Trockne einen gebrauchten Teebeutel und lege ihn über Nacht in die Schuhe hinein. Hilft auch gegen Feuchtigkeit!

Höreingeschränkten Menschen kann es helfen, die Türklingel mit einem Lichtsignal zu koppeln. Klingel und Lichtsignal können dabei auch in anderen Räumen, etwa im Esszimmer angebracht werden.

Sogenannte Video-Türklingeln übertragen mithilfe einer App Kamerabilder über WLAN auf das Smartphone. Sie beginnen die Aufzeichnung, sobald draußen eine Bewegung wahrgenommen wird. Ein Türgong oder ein Sprachassistent benachrichtigt dich, wenn jemand vor der Tür steht. Bei vielen Modellen kannst du das Smartphone sogar als Gegensprechanlage benutzen.

Ein Nachtlicht ist praktisch, wenn du nachts häufig unterwegs bist oder sich der Lichtschalter an einer ungünstigen Stelle befindet. Es ist unter anderem im Baumarkt erhältlich und wird einfach in die Steckdose gesteckt. Nachts schaltet ein Bewegungsmelder automatisch das Licht an, wenn sich eine Person nähert. Inzwischen gibt es auch viele Smart-Home-Lösungen, die das Licht automatisch beim Betreten des Flurs anschalten.

Fazit

Der Flur ist das Verbindungsstück zwischen Außenbereich und Wohnung, quasi das Aushängeschild unserer Wohnung. Er sollte funktonal, aber auch interessant und einladend gestaltet sein. Dabei gilt: Erlaubt ist, was gefällt! Die einen lieben klare Formen und dezente Farben, anderen kann es nicht bunt genug sein. Indem du die individuellen Vorzüge dieses Raums betonst und effektvolle Highlights setzt, kreierst du eine Umgebung, in der du Gäste eindrucksvoll willkommen heißt!

Quellen

https://www.stern.de/vergleich/video-tuersprechanlage/
https://www.schoener-wohnen.de/einrichten/garten-terrasse/42649-bstr-die-24-besten-pflanzen-fuer-dunkle-raeume-es-werde-gruen

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