Die Terrasse wird zum Outdoor-Wohnzimmer

Ein Schritt aus dem Haus und schon befinden wir uns an der frischen Luft. Wenn die Temperaturen im Frühjahr steigen, tauschen viele Menschen gerne das heimelige Sofa gegen einen Sonnenplatz im Freien ein. Glücklich, wer dort eine attraktive Terrasse mit hübschen Möbeln und durchdachter Bepflanzung vorfindet. Für alle anderen heißt es: Anpacken! Mit etwas Tatkraft und Kreativität kannst du hier schon bald die Seele baumeln lassen.

Ein neuer Bodenbelag für die Terrasse

Holzdielen, WPC (Wood Polymer Composites), Keramikfliesen, Naturstein oder Betonplatten? Der richtige Bodenbelag unterstreicht den Stil der Terrasse. Bei der großen Auswahl im Handel kann die Entscheidung jedoch schon mal schwer fallen. Jeder Belag hat seine Vor- und Nachteile in Bezug auf Witterungsbeständigkeit und Pflegeintensität:

Material Vorteile Nachteile
Holz Wohnliches Ambiente, lebendige Wirkung, heizt sich im Sommer nicht auf Pflegeintensiv, vergraut über die Jahre, Splitterbildung möglich, stabile Unterkonstruktion nötig
WPC Pflegeleicht, warme Optik, schnell zu verlegen Können künstlich wirken, Produktqualität schwankt je nach Hersteller, stabile Unterkonstruktion notwendig
Beton Witterungsbeständig, pflegeleicht Hohes Gewicht
Keramik Robust, langlebig, frostbeständig, leicht zu reinigen Rutschgefahr bei Nässe, dunkle Fliesen können sich aufheizen, Verlegung erfordert Präzision

Der Übergang von der Terrasse zum Garten kann, je nach Gelände, höher oder tiefer gelegt sein. Allerdings können Stufen gefährliche Stolperfallen darstellen. Vor allem im Alter wird Barrierefreiheit immer wichtiger. Falls du Wert darauf legst, achte bei der Neugestaltung des Terrassenbelags darauf, dass du später ebenerdig oder über eine Rampe vom Haus in den Außenbereich gelangen kannst.

Möbel und Accessoires zum Wohlfühlen

Es empfiehlt sich, die Terrasse in Zonen (zum Beispiel Essplatz, Liegebereich, Grillecke oder Feuerstelle) einzuteilen. Anschließend kannst du dir Gedanken über Mobiliar, Pflanzen und Dekoration machen. Die wichtigsten Aspekte bei der Möbelauswahl sind Haltbarkeit, Komfort und selbstverständlich die Optik. Für deinen Essplatz benötigst du einen Tisch und Stühle oder Bänke, die sich harmonisch ins Gesamtkonzept deiner Terrasse einfügen. Aber die Möbel sollten auch an die Terrassengröße angepasst sein. Ein kleiner Tisch mit filigranen Stühlen wirkt auf einer großen Terrasse schnell verloren, während eine kleine Terrasse mit wuchtigen Gartenmöbeln überladen aussehen kann.

Zum Entspannen und Lesen eignen sich Lounge-Möbel, Hängesessel oder Sonnenliegen mit bequemen Polstern und Auflagen. Schöne Farbkombinationen und Muster peppen deine Terrasse auf und lassen sie wohnlich wirken. Ein kleiner Beistelltisch ist nützlich, um das Getränk oder die Sonnenbrille abzulegen. Auch ein Outdoor-Teppich erhöht den Wohlfühlfaktor an deinem neuen Lieblingsplatz. Diese wasserabweisenden und UV-beständigen Teppiche aus Jute, Sisal oder Kunststofffasern sind speziell für die Nutzung im Außenbereich gedacht. Super, um abends die Füße warm zu halten!

Natürlich darf auf deiner Terrasse auch die Beleuchtung nicht fehlen. Kerzen, Lichterketten, LED-Lampen, Solar-Leuchten, Laternen, Lampions und andere Lichtquellen zaubern eine gemütliche Atmosphäre. Wer Platz hat, kann auf der Terrasse auch eine Feuerschale oder einen Außenkamin aufstellen und drum herum verschiedene Sitzmöglichkeiten positionieren.

Eine Beschattung für sonnige Tage

Terrassen haben im Idealfall eine Süd-West-Ausrichtung. Aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung ist daher eine gute Beschattung wichtig. Für den Sonnenschutz bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Da feste Terrassen-Überdachungen aus Aluminium, Glas oder Holz leider nicht ganz billig sind, setzen viele Menschen auf eine Markise, einen hochwertigen Sonnenschirm oder ein luftiges Sonnensegel.
Das Praktische am Sonnenschirm ist, dass er flexibel platziert werden kann. Ein Ampelschirm hat den Vorteil, dass sich das Gestell seitlich befindet und so die Fläche unter dem Schirm frei bleibt. Das ist vor allem bei größeren Sitzgruppen ideal. Viele dieser Schirme lassen sich schwenken, sodass du auch noch im Schatten sitzen kannst, wenn die Sonne bereits weiter gewandert ist. Auch eine mit Kletterpflanzen berankte Pergola kann zur Beschattung der Terrasse beitragen.

Pflanzen schmücken den Außenbereich

Blumen und Pflanzen bewirken, dass sich deine Terrasse nicht zu stark von der Umgebung abgrenzt, sondern fließend in den anschließenden Grünbereich einfügt. Bevor du die Pflanzen auf der Terrasse platzierst, solltest du dich über deren Lichtbedürfnisse informieren. Einige Sorten vertragen viel Sonne (zum Beispiel Hibiskus oder Blasenspiere), andere Gewächse gedeihen auch an schattigen Plätzen gut (etwa Stechpalme oder Berberitze). Für Farbtupfer auf der Terrasse sorgen blühende Primeln, Petunien, Fuchsien, Margeriten, Wandelröschen, Hornveilchen, Chrysanthemen und andere Blumen.

Auch Ziergräser bilden ein attraktives Element bei der Terrassengestaltung. Sie sind pflegeleicht, für den Kübel oder Trog geeignet und können sogar als Sichtschutz dienen. Für sonnige Standorte eignet sich zum Beispiel Schirmbambus. Er ist winterhart, blickdicht und wird bis zu zwei Meter hoch. Auch Zebragras wächst aufrecht und buschig. So fühlst du dich fast wie im Urlaub! Ebenfalls dekorativ wirkt eine schöne Steinfigur, ein Terrassenbrunnen oder ein Mini-Teich aus einem halbierten Weinfass oder einer Zinkwanne. Ihn kannst du mit Seerosen, Wasserhyazinthen und anderen winterharten Teichpflanzen bestücken.

Ein Schlaraffenland zum Naschen

Das Aroma von selbst angebautem Gemüse ist einfach unvergleichlich. Wer im Garten keine Fläche für den Anbau hat, kann das auch auf der Terrasse tun! Das Sortiment an essbaren Topfpflanzen wird immer größer und viele Menschen entdecken das Hobby-Gärtnern für sich. Erdbeeren brauchen nur sehr wenig Platz. Ihnen reicht ein kleiner Topf oder Kasten aus. Das gilt auch für Pflücksalat und Rucola. Mit Etageren kannst du deine Anbaufläche zusätzlich in die Höhe verlegen.

Tomaten und Gurken dagegen benötigen einen größeren Topf und eine Rankhilfe. In einem kleinen Hochbeet auf der Terrasse lassen sich unter anderem Möhren, Radieschen, Mangold, Kohlrabi, Rote Beete und Kräuter züchten. Verwende zum Einpflanzen speziell auf das Gemüse abgestimmte Erde (zum Beispiel Hochbeet- oder Gemüseerde) und denke an das Gießen. Beim Anblick der prallen Ernte läuft dir bereits beim Ernten das Wasser im Mund zusammen!

Selbstgemachte Outdoor-Deko

Ein schwebendes Windlicht für die Terrasse gefällig? Bemale eine leere Konservendose mit wasserfester Farbe und bohre mit einem Nagel verschiedene Motive hinein (Hammer verwenden). Hier wird später das Licht durchscheinen. Etwas unterhalb der Oberkante rechts und links ebenfalls ein Loch schlagen und einen Draht zum Aufhängen daran befestigen. Jetzt nur noch eine Kerze hineinstellen und genießen.

Wenn du gerne Vögel beobachtest, dann gestalte doch ein buntes Futterhäuschen für die fliegenden Gäste auf deiner Terrasse! Es gibt fertige Vogelhaus-Korpusse, Dazu benötigst du Servietten, Serviettenlack, Buntlacke und wetterfesten Klarlack. Bemale zuerst das Häuschen mit den Buntlacken und gestalte nach dem Trocknen ausgewählte Flächen mit Serviettentechnik. Dafür pinselst du zuerst die Fläche mit dem Serviettenlack ein. Dann schneidest du aus der Serviette das gewünschte Motiv aus und löst anschließend die oberste, bedruckte Lage ab. Lege das Motiv auf den Lack und drücke es leicht an. Nach dem Trocknen eine weitere Schicht Serviettenlack auftragen (über das Motiv). Zum Schluss das Vogelhaus noch mit wetterfestem Klarlack streichen, damit du lange Freude daran hast.

Im Anfangsstadium, wenn sich erst wenige Läuse angesiedelt haben, kannst du sie vorsichtig mit den Fingern abstreifen oder abspritzen. Bei einem hartnäckigen Befall kann dieses selbstgemachte „Spritzmittel“ helfen: Vermische einen Liter Wasser mit 20 ml Schmierseife und einem Schuss Spiritus und sprühe die Läuse direkt damit ein. Im Handel gibt es aber auch fertige, biologische Mittel gegen Schädlinge zu kaufen.

Verwende zum Einpflanzen spezielle Pflanzerde für Blumen. Sie enthält eine Extraportion Nährstoffe. Das fördert eine üppige Blütenpracht. Nach etwa zwei Monaten kannst du mit Pflanzendünger oder Düngestäbchen für Nachschub sorgen. Wenn du Verblühtes abzupfst, bilden sich schneller neue Knospen.

Ein leichtes Gefälle Richtung Garten oder Rasen ist wichtig, damit das Regenwasser gut abfließen kann und die Terrasse schneller trocknet. Das Gefälle sollte rund 2 bis 2,5 % betragen. Bei Natursteinplatten dürfen es aufgrund der rauen Oberfläche etwa 3 % sein.

Mit einem Insektenhotel oder einer ähnlichen Behausung kannst du dafür sorgen, dass über die Wintermonate eine neue Generation Wildbienen heranwächst. Hänge das Häuschen draußen an einem zugluftgeschützten und möglichst überdachten Ort auf, zum Beispiel an der Hauswand oder am Schuppen.

Lackiertes Holz kannst du abschleifen und streichen. Unbehandeltes Holz lässt sich mit dem Bügeleisen bearbeiten. Schleife die Fläche zunächst etwas an, lege ein feuchtes Tuch auf die Stelle und drücke die Kante des Bügeleisens einige Male auf die Dellen (nie direkt auf das Holz). Anschließend trocknen lassen und nachschleifen.

Fazit

Endlich! Sobald die Natur im Frühjahr aufblüht, machen wir es uns auf der Terrasse gemütlich. Damit dieser Ort nicht nur ein Platz zum Sitzen, sondern zum Entspannen und Auftanken ist, gibt es bei der Planung und Gestaltung einiges zu beachten. Während Blumen und Pflanzen für Farbe sorgen, bestimmen schicke Möbel und liebevolle Accessoires den individuellen Look. So wird deine Terrasse zum Sommerparadies unter freiem Himmel!

Quellen

https://www.obi.de/magazin/garten/terrasse/terrassenbelaege
Dehner’s Gartenbuch, Orbis GmbH

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