Masern – viel mehr als eine harmlose Kinderkrankheit

Masern verbinden wir mit Fieber und Hautausschlag, sehen uns meist im Kindergartenalter krank im Bett liegen, den Körper mit roten Flecken übersät. Doch nicht nur Kinder können erkranken: Mehr als die Hälfte der Fälle treten heute bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf. Und diese Gruppe sowie Kinder unter 5 Jahren sind besonders anfällig für Komplikationen. Wie werden Masern übertragen, welche Symptome haben sie und wie werden sie behandelt? Ist ein Schutz vor Masern möglich?

Beschreibung

Masern ist eine hochansteckende akute Erkrankung mit dem Masernvirus. Sie gehört zu den typischen Kinderkrankheiten, betrifft aber auch zunehmend Jugendliche und Erwachsene. Masern werden durch Tröpfcheninfektion übertragen, also beim Sprechen, Niesen oder Husten. Fast jeder Kontakt einer erkrankten mit einer gesunden Person führt zur Ansteckung. Die erste Phase der Krankheit beginnt 10 bis 14 Tage nach der Infektion mit grippeähnlichen Symptomen, in der zweiten Phase zeigt sich der typische Hautausschlag. Die Krankheit kann nicht behandelt werden, nur die Symptome.
Bereits 4 Tage vor Auftreten des Hautausschlags, bis etwa 4 Tage nach dessen Auftreten ist der Patient ansteckend.

Übertragung

Das Virus wird durch Tröpfcheninfektion übertragen: Infizierte Menschen verteilen beim Sprechen, Niesen oder Husten winzige, virusbeladene Speicheltröpfchen in die Umgebungsluft. Ein gesunder Mensch atmet die virushaltige Luft ein und kann sich so infizieren. Das Virus kann in der Luft bis zu 2 Stunden überleben und ist extrem ansteckend. Die sogenannte secondary attack rate, also die Anzahl derer, die nach einem Kontakt mit den Viren erkranken, liegt bei über 90 Prozent.

Symptome und Verlauf

Der Krankheitsverlauf ist zweiphasig und beginnt 10 bis 14 Tage nach der Infizierung.

 

Vorläuferstadium (Prodromalstadium)

Der Patient bekommt Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen und trockenen Husten, er leidet an Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Bauchschmerzen. Diese unspezifischen grippeähnlichen Symptome werden häufig nicht mit Masern in Verbindung gebracht. 2 bis 4 Tage später treten an der Wangenschleimhaut die charakteristischen Koplik-Flecken auf, weiße Beläge, umgeben von einem rötlichen Hof. Ab dem 3. Tag der Erkrankung rötet sich die gesamte Mund- und Rachenschleimhaut und das Fieber steigt stark an. Das Vorläuferstadium dauert 3 bis 5 Tage, zum Ende hin geht das Fieber leicht zurück.

 

Hauptstadium (Exanthemstadium)

In dieser Phase steigt das Fieber erneut stark an und es treten häufig Fieberkrämpfe auf. Am Körper entwickelt sich der typische Masernausschlag: 3 bis 6 Millimeter große, zunächst hellrote, ineinanderfließende Flecken. Der Ausschlag bildet sich zuerst hinter den Ohren und breitet sich dann über den ganzen Körper aus, nur Hand- und Fußsohlen bleiben verschont. Nach einigen Tagen färben sich die Flecken dunkler und bräunlich-violett, 4 bis 7 Tage nach Auftreten beginnen sie zu verblassen, und zwar in der gleichen Reihenfolge, wie sie gekommen sind: beginnend hinter den Ohren. Häufig geht damit eine Hautschuppung einher. Parallel gehen auch die anderen Beschwerden zurück und das Fieber sinkt. Nach etwa 2 Wochen hat sich der Patient erholt, sein Immumsystem ist jedoch noch etwa 6 Wochen geschwächt und anfällig für andere Infektionen. Erst wenn der Ausschlag vollständig verschwunden ist, ist der Patient nicht mehr ansteckend.

Komplikationen

Bei den meisten Patienten heilen die Masern problemlos aus. In 10 bis 20 Prozent der Fälle können jedoch Komplikationen auftreten, vor allem bei Kindern unter 5 und Erwachsenen über 20 Jahren. Die Maserninfektion bedingt eine vorübergehende Immunschwäche, die Monate bis möglicherweise Jahre andauern kann.
In dieser Zeit besteht eine erhöhte Anfälligkeit für bakterielle Superinfektionen wie Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen, Bronchitis und Durchfallerkrankungen. Ein Patient von 1000 Masernfällen erkrankt an der besonders schwerwiegenden postinfektiösen Enzephalitis, eine akute Entzündung des Gehirns mit Schädigung von Nervenzellen. Sie tritt etwa 4 bis 7 Tage nach Beginn des Ausschlags mit Kopfschmerzen, Fieber, Bewusstseinsstörungen und teilweise Koma auf und endet in 10 bis 20 Prozent der Fälle tödlich.
In sehr seltenen Fällen tritt durchschnittlich 6 bis 8 Jahre nach einer Infektion die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) auf, eine tödliche Gehirnentzündung. Diese Spätkomplikation tritt bei 4 bis 11 von 100.000 Fällen auf, wobei Kinder, die im Alter von unter 5 Jahren an Masern erkrankten, ein deutlich höheres Risiko haben, im weiteren Verlauf ihres Lebens eine SSPE zu entwickeln.

Behandlung

Gegen Masern gibt es keine spezifische antivirale Therapie, deshalb beschränkt sich die Behandlung auf symptomatische Therapie. Dazu gehören beispielsweise fiebersenkende Medikamente und Hustenmittel. In der akuten Krankheitsphase soll Bettruhe und körperliche Schonung eingehalten werden. Bei Fieber und Schwitzen muss auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Auftretende Superinfektionen werden mit geeigneten Antibiotika behandelt.

In jedem Fall sollte bei Verdacht auf Masern ein Arzt aufgesucht werden, denn Masern sind meldepflichtig. In der Arztpraxis besteht die Möglichkeit, Masern mit einem Test nachzuweisen. Außerdem können mögliche Komplikationen erkannt und behandelt werden.

Wusstest du schon?

Masern gehören zu den meldepflichtigen Krankheiten. Bei Symptomen, die auf Masern hindeuten können, sollte der Arzt aufgesucht werden. Dieser ist verpflichtet, den Verdacht, die tatsächliche Erkrankung und den Tod an Masern mit dem Namen des Patienten an das zuständige Gesundheitsamt zu melden.

Vorsorge

Die wirksamste Maßnahme zum Schutz vor einer Masernerkrankung ist die Schutzimpfung gegen Masern. Die Impfung bewahrt nicht nur den einzelnen vor einer Erkrankung, sondern unterstützt auch die Weltgesundheitsorganisation WHO bei ihrem Ziel, die Masern auszurotten. Dazu muss die Durchimpfung bei 95 Prozent und weniger als 0,1 Erkrankung auf 100.000 Menschen liegen, also etwa 82 Erkrankte im Jahr. 2018 und 2019 lag die Zahl der gemeldeten Masernfälle bei über 500. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland nur 75 Masernfälle registriert, was sicher auch den eingeschränkten Kontakten aufgrund der Corona-Pandemie zu verdanken ist.

Wer muss geimpft werden?

Am 1.3.2020 ist die Masern-Impfpflicht in Kraft getreten, sie betrifft Kinder vor der Aufnahme in eine Kita oder Schule, sowie weitere Personengruppen, die im Masernschutzgesetz  festgelegt sind.

 

Wann wird geimpft?

Die Impfung gegen Masern erfolgt in 2 Dosen, danach liegt eine 99-prozentige Immunität vor. Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt die erste Impfung bei Säuglingen zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat, die zweite mit 15 bis 23 Monaten. Meist wird ein Kombinationsimpfstoff verwendet, der gleichzeitig gegen Mumps und Röteln (MMR) oder auch noch gegen Windpocken (MMRV) wirkt. Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind und keinen ausreichenden Impfschutz besitzen, wird eine einmalige Impfung empfohlen.

Gibt es Nebenwirkungen?

Die Masern-Impfung, als MMR- oder MMRV-Impfung gespritzt, ist insgesamt gut verträglich. Bei wenigen der Geimpften kommt es in den Tagen nach der Impfung zu einer Rötung, Schwellung oder Schmerzen an der Einstichstelle. Nach der ersten Dosis treten vereinzelt Nebenwirkungen allgemeiner Natur wie Fieber, Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden auf. Sehr selten werden allergische Reaktionen oder länger bestehende Gelenkentzündungen beobachtet. 2 bis 5 Prozent der Geimpften bekommen 1 bis 4 Wochen nach der Impfung einen masernähnlichen Ausschlag, auch als Impfmasern bezeichnet. Der Ausschlag wird durch die Lebendviren, die der Impfstoff enthält, hervorgerufen. Impf-Masern sind nicht ansteckend.

Die Masernviren werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Infizierte Menschen verteilen beim Sprechen, Niesen oder Husten winzige, virusbeladene Speicheltröpfchen in die Umgebungsluft. Ein gesunder Mensch atmet die virushaltige Luft ein und kann sich so infizieren. Das Virus kann in der Luft bis zu 2 Stunden überleben und ist extrem ansteckend.

Der leichte, masernähnliche Hautausschlag, der bei einigen Menschen nach der Impfung auftritt, wird als Impfmasern bezeichnet. Der Ausschlag wird durch die Lebendviren, die der Impfstoff enthält, hervorgerufen. Er kann nicht auf andere Menschen übertragen werden.

Es gibt keine spezifische Behandlung gegen eine akute Maserninfektion. Bettruhe und ausreichende Flüssigkeitsaufnahme sind wichtig, insbesondere bei Fieber. Fiebersenkende Medikamente oder Hustenmittel können im Bedarfsfall zur Linderung der Symptome verabreicht werden. Auftretende Superinfektionen werden mit den entsprechenden Antibiotika behandelt.

Masern machen sich durch Fieber, Schnupfen, Husten und Entzündungen im Hals-Rachen-Raum bemerkbar, wenig später breitet sich ein Ausschlag am ganzen Körper aus. Die hellroten Flecken sind 3 bis 6 Millimeter groß und fließen ineinander. Nach einigen Tagen wird der Ausschlag dunkler, bevor er ganz verblasst.

10 bis 14 Tage nach der Ansteckung treten mit Fieber, Halsschmerzen und Schnupfen die ersten Symptome auf, und ab dem Zeitpunkt ist der Patient ansteckend. Der Ausschlag wird erst 3 bis 5 Tage später sichtbar. Nach Auftreten des Ausschlags ist der Patient noch 4 Tage ansteckend.

Fazit

Das Masernvirus wird durch Tröpfcheninfektion übertragen und ist hoch ansteckend. Bei einer Infektion treten nach 10 bis 14 Tagen Fieber, Halsschmerzen, Schnupfen und Husten auf, wenige Tage später breitet sich der typische Masernausschlag aus. Wenn die Erkrankung ohne Komplikationen verläuft, ist der Patient nach 2 Wochen wieder gesund. Bei 10 bis 20 Prozent der Fälle treten Komplikationen auf, die den Krankheitsverlauf verlängern und sogar noch Jahre später eine Gehirnentzündung hervorrufen können. Eine Impfung schützt wirkungsvoll vor einer Erkrankung und ist seit März 2020 Pflicht für bestimmte Personengruppen.

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Masern#Therapie
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Masern.html
https://www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-erwachsene/masern.html#c8906
https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/masern/#c3688
https://www.netdoktor.de/krankheiten/masern/
https://www.netdoktor.de/krankheiten/masern/impfung/
https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/masern/impfschutz/

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